Rohe Eheschließungsziffer
Die Daten für die Eheschließungen basieren auf der amtlichen Eheschließungsstatistik, Erhebungsunterlagen sind die Belege, die vom Standesbeamten ausgefüllt werden. Deshalb werden die Eheschließungen nach dem Registrierort erfasst.
Wird die Anzahl der Eheschließungen eines Jahres (sowohl Erstheiraten als auch Wiederverheiratungen) auf die mittlere Bevölkerung dieses Jahres bezogen, spricht man von der rohen Eheschließungsziffer. Im Allgemeinen wird diese Ziffer je 1.000 Einwohner berechnet, wobei hier auch die Einwohner unter 18 Jahren einbezogen werden, die eigentlich gar keine Ehe eingehen können. Damit hängt die rohe Eheschließungsziffer nicht nur von der Heiratshäufigkeit (oder Nuptialität), sondern auch von der Veränderung der Bevölkerungszahl und der Altersstruktur der Bevölkerung ab.
Die Rohe Eheschließungsziffer berechnet sich aus der Zahl der Eheschließungen dividiert durch die Zahl der Einwohner (Jahresdurchschnitt) multipliziert mit 1.000.
Die rohen Eheschließungsziffern sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts, wo sie mit fast 11 Heiraten je 1.000 Einwohner einen Höhepunkt erreichten, tendenziell rückläufig. Im Jahr 2007 war mit weniger als 4,5 der bisherige Tiefpunkt zu verzeichnen. Seit 2008 gab es gegenüber dem jeweiligen Vorjahr eine steigende Zahl von Eheschließungen, womit die Ziffer im Jahr 2009 einen Wert von über 4,6 erreicht hat.
Abbildungen
A_04_01_ Eheschließungen und rohe Eheschließungsziffer in Deutschland, 1841 bis 2009
A_04_02a_Eheschließungen und rohe Eheschließungsziffer in Westdeutschland, 1950 bis 2009
A_04_02b_Eheschließungen und rohe Eheschließungsziffer in Ostdeutschland, 1950 bis 2009
Karte
K_04_01 Rohe Eheschließungsziffer in europäischen Ländern, 2009
