Zu- und Abwanderung von Ausländern
Den ersten Höhepunkt der Zuwanderung erreichte Deutschland im Jahr 1970 mit fast einer Million Zuzügen ausländischer Staatsbürger. In den wirtschaftlichen Rezessionsphasen 1967/1968 und zwischen 1974 und 1983 lagen die Fortzüge höher als die Zuzüge. Ein weiterer Höhepunkt der Zuwanderung wurde 1992 mit mehr als 1,2 Millionen Zuzügen ausländischer und knapp 300.000 deutscher Staatsangehöriger verzeichnet. In den darauf folgenden Jahren nahm die Zahl der Zuzüge wieder ab. So wanderten im Jahr 2006 rund 559.000 Ausländer nach Deutschland und es zogen ca. 484.000 Ausländer fort. Es ergab sich somit ein Wanderungsgewinn von rund 75.000 Ausländern.
Einwanderungsland Deutschland?
In den 1960er und 1970er Jahren erfolgte die Zuwanderung überwiegend aufgrund der Anwerbung von Arbeitsmigranten, sogenannten Gastarbeitern. Den ersten Höhepunkt der Gastarbeiteranwerbung erreichte Deutschland im Jahr 1970 mit fast einer Million Zuzüge. Der Anwerbestopp aus dem Jahr 1973 beendete diese Phase; seitdem erfolgte die Zuwanderung überwiegend im Rahmen des Familiennachzugs. Seit Beginn der 1990er Jahre wurde die Immigrationsgeschichte in Deutschland durch neue Zuwanderergruppen wie deutschstämmige (Spät-)Aussiedler, Asylsuchende und Flüchtlinge oder andere Arbeitsmigranten geprägt. Der bisherige Höhepunkt der Zuwanderung wurde durch diese Entwicklungen Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre mit mehr als 1,5 Millionen Zuzügen pro Jahr erreicht.
Qualifikation der Zuwanderer
Die Veränderungen der Zuwanderung spiegeln sich auch im Qualifikationsniveau der jüngeren Migranten wider: Etwa die Hälfte der Neuzuwanderer (zwischen 2000 und 2003 zugewandert) verfügen über eine Fachhochschul- oder Hochschulreife. Sie weisen somit ein deutlich höheres Bildungsniveau auf als ausländische Staatsbürger, die sich schon länger in Deutschland aufhalten, aber auch im Vergleich zur deutschen Bevölkerung. Hinsichtlich ihres schulischen Qualifikationsniveaus sind sie allerdings eine heterogene Gruppe: Während rund zwei Drittel der Neuzuwanderer aus Westeuropa und die Hälfte der Neuzuwanderer aus dem außereuropäischen Ausland über das (Fach-)Abitur oder einen äquivalenten Abschluss verfügen, trifft dies nur auf 40 % der Immigranten aus dem sonstigen Europa zu.

