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BiB Working Paper 1/2015

Datum 27.04.2015

Kinderlosigkeit und Kinderreichtum: Zwei Phänomene und ihre unterschiedlichen theoretischen Erklärungen

von Martin Bujard und Detlev Lück

In ihrem Paper weisen Martin Bujard und Detlev Lück zunächst darauf hin, dass der Rückgang der Geburtenraten in Niedrigfertilitätsländern wie Deutschland auf zwei demografischen Phänomenen beruht: dem Rückgang kinderreicher Familien und einem Anstieg der Kinderlosigkeit. Beide Phänomene spielen in verschiedenen Phasen eine unterschiedlich große Rolle. Und auch die Ursachen der beiden Phänomene differieren zumindest teilweise. Das Grundanliegen des K&K-Projektes besteht daher in einer differenzierten Beschreibung und Erklärung von Kinderlosigkeit und Kinderreichtum. Auch sind bisherige theoretische Entwicklungsansätze zu den Ursachen noch lückenhaft, da selten erklärt wird, auf welches demografische Phänomen sich eine Theorie bezieht. In dem Papier werden daher theoretische Grundlagen zum Verständnis von Kinderlosigkeit und dem Übergang zum dritten Kind systematisiert. Darüber hinaus wird ein Analyserahmen entworfen, der Makro-, Mikro- und Mesoebene mit der Paar- und der Lebensverlaufsperspektive kombiniert. Für einen Rückgang kinderreicher Familien sind, nach Auffassung der Autoren, in einem hohen Maße kulturelle Faktoren wie das Leitbild der Zweikindfamilie oder eine geringere gesellschaftliche Anerkennung für Mehrkindfamilien ausschlaggebend. Eine höhere Kinderlosigkeit ergibt sich hingegen vor allem dann, wenn postmoderne Entwicklungen wie zum Beispiel ein Aufschub der Erstgeburt oder höhere Opportunitätskosten von Kindern für Frauen auf unzureichende gesellschaftliche und arbeitsmarktbedingte Anpassungen treffen.

URN: urn:nbn:de:bib-wp-2015-011

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