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Prof. Schneider: „Demografische Forschung ist eine methodisch hochentwickelte Disziplin“

Datum 29.09.2016

In der neuen Ausgabe von Bevölkerungsforschung Aktuell zieht der Direktor des BiB, Prof. Dr. Norbert F. Schneider, ein positives Fazit der 13. European Population Conference (EPC) 2016, die vom 31. August bis zum 3. September 2016 in Mainz stattfand. Die Beiträge der Konferenz hätten bestätigt, dass die demografische Forschung in Europa und weltweit immer mehr an Qualität gewinnt. Zudem werden die Themenspektren immer breiter, betonte er im Interview. So werden nicht nur die demografischen Prozesse, sondern in zunehmendem Maße auch methodische Fragen und Bereiche der Politik miteinbezogen. Die Konferenz habe deutlich gemacht, dass sich die Demografie zu einer methodisch hochentwickelten Disziplin entwickelt hat, mit einer derzeit allerdings schwach ausgeprägten Theoriefundierung.

Das Bild zeigt Prof. Dr. Norbert F. Schneider bei seinem Vortrag auf der EPC 2016. Prof. Dr. Norbert F. SchneiderProf. Dr. Norbert F. Schneider bei seinem Vortrag auf der EPC 2016 in Mainz. Quelle: BiB

In dem Interview äußert sich Prof. Schneider auch zur Frage, welche Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten die Politik hat, um die Herausforderungen demografischer Prozesse zu bewältigen. Es komme hier darauf an, um welchen demografischen Vorgang es sich handelt, meinte er. So gebe es im Bereich Migration sehr viel direktere Einflussmöglichkeiten, indem zum Beispiel Landesgrenzen geschlossen werden könnten. Bei Themen wie der Fertilität könne die Politik nur indirekt Einfluss nehmen, etwa durch die Schaffung von Rahmenbedingungen, die die Entscheidung zur Elternschaft für Paare erleichtern.

Mit Blick auf das derzeitige Wanderungsgeschehen zeigte sich der Soziologe überzeugt, dass der Wanderungsdruck Richtung Europa auch in Zukunft hoch bleiben wird. Dabei sei zu beachten, dass Wanderung per se nicht geeignet sei, die demografischen Konsequenzen von alternden und schrumpfenden Bevölkerungen vollkommen auszugleichen. Es könne zwar zu einer gewissen Abmilderung der Folgen des demografischen Wandels kommen, aber für eine vollständige Kompensation wären völlig unrealistische Zuwanderungszahlen nötig.

Das komplette Interview findet sich in der neuen Ausgabe von Bevölkerungsforschung Aktuell. Darüber hinaus liefert das Heft umfangreiche Analysen und Berichte zur Konferenz. So gibt die Ausgabe am Beispiel der Bereiche Fertilität und Familie, Politische Implikationen des demografischen Wandels, Internationale Migration sowie Alterung Einblicke zu den genannten Themen. Neben den Beiträgen der BiB-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden hier auch Vertreter anderer Institutionen in die Berichterstattung miteinbezogen. Ergänzt wird die Darstellung durch umfangreiches Bildmaterial rund um die Konferenz.

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