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Betreuung von Enkelkindern im Ruhestand macht glücklich

Datum 10.01.2017

Diese Beschäftigung fördert die Qualität privater Beziehungen im Rentenalter, wie BiB-Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Familienforschung zeigen. Ein zweiter Beitrag beschäftigt sich mit Familienleitbildern, die Abweichungen vom in Deutschland weit verbreiteten Ideal der Zweikindfamilie erklären können.

Dr. Volker Cihlar und Dr. Andreas Mergenthaler untersuchen den Einfluss formeller und informeller Tätigkeiten auf die Qualität privater Beziehungen nach dem Eintritt in den Ruhestand. Dabei stehen die Bedingungen im Fokus, unter denen eine positive Entwicklung sozialer Beziehungen in Familie und Freundeskreis nach dem Ruhestandseintritt möglich ist.

Die Auswertungen der Angaben von über 1.900 Ruheständlern zwischen 55 und 70 Jahren im Rahmen der BiB-Studie „Transitions and Old Age Potentials TOP)“ belegen unter anderem einen positiven Zusammenhang zwischen der Betreuung der eigenen Enkelkinder und einer gesteigerten Beziehungsqualität in privaten Kontakten.

In Zukunft wird es jedoch schwieriger werden diese als positiv erlebte Aktivität auszuüben, da es mehr Ruheständler als Kinder geben wird. Ein weiterer Befund: Ein unfreiwilliger Übergang in den Ruhestand wirkt sich negativ auf die erlebte Beziehungsqualität aus.

Cihlar, Volker; Mergenthaler, Andreas (2016): „Der Einfluss formeller und informeller Tätigkeiten auf die Qualität privater Beziehungen nach dem Übergang in den Ruhestand“. In: Zeitschrift für Familienforschung 28,3:357-380

Wie lässt sich erklären, dass junge Menschen von der Zweikindnorm abweichen?

Dr. Sabine Diabaté und Kerstin Ruckdeschel haben sich damit beschäftigt, warum sich in Deutschland Menschen bewusst gegen Kinder, für ein Einzelkind oder für drei oder mehr Kinder und somit gegen das Leitbild der Zweikindfamilie entscheiden. Solche Unterschiede werden seit langem untersucht, jedoch selten unter Einbezug kultureller Vorstellungen zum Leben ohne oder mit vielen Kindern.

Auf der Basis der BiB-Studie zu Familienleitbildern in Deutschland zeigen sie, dass die Untersuchung kultureller Idealvorstellungen (Leitbilder) wichtige zusätzliche Erkenntnisse zur Normabweichung liefern können. Aus ihren Analysen geht unter anderem auch hervor, dass Abweichler von der Norm sozial stigmatisiert werden.

Diabaté, Sabine; Ruckdeschel, Kerstin (2016): „Gegen den Mainstream – Leitbilder zu Kinderlosigkeit und Kinderreichtum zur Erklärung der Abweichung von der Zweikindnorm“. In: Zeitschrift für Familienforschung 28,3:328-356

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