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Größere Vielfalt der Lebensformen in Deutschland

Datum 29.11.2017

Das BiB Working Paper 2/2017 informiert über die Entwicklung der Lebensformen in Deutschland in den letzten 20 Jahren. Die Verschiebung von Ehe und Familie in ein immer höheres Lebensalter markiert dabei einen deutlichen Entwicklungstrend.

Darüber hinaus bestimmen nichteheliche Lebensformen den Lebensverlauf immer länger. Es zeigt sich auch, dass die Ehe nach wie vor die am weitesten verbreitete Lebensform darstellt. Allerdings hat sich innerhalb dieser Lebensform eine erhebliche Verschiebung zugunsten des verheiratet Zusammenlebens ohne Kinder vollzogen. Die Ursache hierfür liegt sowohl in den geringeren Kinderzahlen als auch in der veränderten Altersstruktur der Bevölkerung, denn ältere Personen sind häufiger verheiratet als jüngere und leben dann ohne Kinder im Haushalt. Dagegen gibt es bei den Jüngeren Zuwächse bei den Lebensgemeinschaften und den Alleinlebenden.

Nichteheliche Lebensgemeinschaften haben sich etabliert

Insgesamt belegen die Analysen den Trend des Aufschubs von Ehe und Familie in ein immer höheres Lebensalter. Zugleich prägen die nichtehelichen Lebensformen den Lebenslauf immer länger. Nichteheliche Lebensgemeinschaften haben sich auch als Alternative zur Ehe zu einer gesellschaftlich anerkannten und akzeptierten Form des Zusammenlebens entwickelt – so lebte 2015 etwa jede/jeder Fünfte im Altersbereich zwischen 25 und 35 Jahren in solch einer Lebensform.

Regionale Unterschiede der Lebensformen

Dabei verläuft der Wandel der Lebensformen unter regionalen Aspekten keineswegs einheitlich, wie die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland zeigen. Insbesondere in Ostdeutschland haben die demografischen Veränderungen nach der Wiedervereinigung die Lebensformen geprägt. Darüber hinaus zeigen sich auch im Hinblick auf die Größe der Wohnorte Unterschiede: Beispielsweise ist die Lebensform Alleinlebend in städtischen Regionen erheblich weiter verbreitet als in kleineren ländlichen Gemeinden.

Evelyn Grünheid: Wandel der Lebensformen in Deutschland. BiB Working Paper 2/2017

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