Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Pendelmobile Frauen und deren Fertilität in Deutschland und Frankreich

Datum 05.04.2017

Bei einem Symposium der Universität Bremen zum Thema „Spacial Mobility, Families and Gender Inequality in the Labour Market“ am 28. März 2017 untersuchten Dr. Heiko Rüger und Dr. Detlev Lück vom BiB gemeinsam mit Dr. Gil Viry (University of Edinburgh) die Auswirkungen berufsbedingter räumlicher Mobilität auf die Partnerschaft und die Fertilität von Frauen in Deutschland und Frankreich.

Sie wiesen zunächst auf die erheblichen Unterschiede in beiden Ländern hin: So zeichnen sich zwar beide Länder durch hohe Mobilitätsraten aus, zugleich unterscheiden sie sich erheblich bei der Familienpolitik und den Geburtenraten, betonte Dr. Rüger. Auf der Basis von Daten der zweiten Welle der europäischen Studie Job Mobilities and Family Lives in Europe konnten sie mithilfe eines Lebenslaufansatzes zeigen, dass Fernpendlerinnen in Deutschland weniger Kinder haben als die nichtmobilen Frauen. Dagegen gilt dies nicht für die Frauen in Frankreich.

Die Analysen zeigen zudem, dass die hochmobilen Frauen in Deutschland in ihrem Lebensverlauf eine größere Zahl von Partnerschaften hatten. Allerdings lassen sich hieraus keine Rückschlüsse auf einen starken Zusammenhang zwischen räumlicher Mobilität und Partnerschaftsmustern ableiten.

Die Ergebnisse bestätigen vielmehr, dass die Partnerschaftshistorie nicht als Hauptursache für die Fertilitätsunterschiede hochmobiler Frauen in Frankreich und Deutschland angesehen werden kann. Der Zusammenhang zwischen Mobilität und Partnerschaftsverlauf ist komplex, so Dr. Rüger. Auf jeden Fall stellt sich der Konflikt zwischen Familienentwicklung und berufsbedingter Mobilität für Frauen in Deutschland deutlich stärker dar als in Frankreich. Um die Ursachen dafür zu finden, müssen vor allem die sozialen Normen, Familienpolitiken und die vorhandene Infrastruktur für Familien in die Analyse einbezogen werden, lautete die Schlussfolgerung der Forscher.

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017