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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Die internationale Zuwanderung hat sich und Deutschland verändert

Datum 02.03.2017

In der Ausgabe 3/2017 der Zeitschrift „Geographische Rundschau“ präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BiB Beiträge zu Konsequenzen und neuen Fragestellungen der Migration.

In dem von Andreas Ette (BiB) und Frank Swiaczny (BiB) koordinierten Heft untersuchen Andreas Ette und Margit Fauser in ihrem Beitrag die zunehmende Heterogenisierung der Zuwanderung. Die vielfältigen sozioökonomischen, kulturellen und transnationalen Ressourcen sowie aufenthaltsrechtlichen Privilegien und Restriktionen gilt es aus ihrer Sicht zukünftig stärker bei der Untersuchung wachsender Ungleichheiten in der Einwanderungsgesellschaft zu berücksichtigen.

Claudia Diehl und Anne Greser widmen sich am Beispiel polnischer Neuzuwanderer in Deutschland der Frage, inwieweit Forschungskonzepte wie Einwanderung und Integration angesichts „neuer“ Migrationsmuster noch eine Rolle spielen.

Mit den Konsequenzen der Wirtschaftskrise für Neuzuwanderer aus Südeuropa befassen sich Susanne Stedtfeld, Andreas Ette und Lenore Sauer (alle BiB). Sie zeigen einerseits die weitreichenden Veränderungen der Wirtschaftskrise für das innereuropäische Migrationssystem. Andererseits belegen sie, dass die Mobilität in Europa eine wichtige individuelle Ressource bei der Bewältigung der Krise darstellte.

Claus Schlömer, Bernhard Köppen (BiB) und Michael Horn versuchen verlässliche Aussagen zu den Voraussetzungen und dem Verlauf beginnender Integration aus der regionalen und lokalen Perspektive zu treffen. Dabei steht in erster Linie die Frage im Fokus, inwieweit sich durch den Zuzug von Flüchtlingen die Grundmuster der regionalen Bevölkerungsentwicklung verändern werden. Szenarien auf der Ebene von Raumordnungsregionen belegen, dass sich die bisherige Flüchtlingsmigration keineswegs mildernd auf die Folgen des demografischen Wandels auswirkt.

Wie sich die ökonomische und soziale Integration von Geflüchteten in Deutschland entwickelt und welche möglichen Lehren in der Forschung aus vergangenen Erfahrungen gezogen werden können, thematisieren Tanja Fendel und Yuliya Kosyakova.

Welche Einstellungen haben EU-Bürger gegenüber Zuwanderern und Flüchtlingen? Diese Fragen untersucht Silke Hans. Ihre Analysen verdeutlichen, dass viele Europäer einer Zuwanderung in das eigene Land offen gegenüberstehen. Allerdings offenbaren sich in der Einstellung zu Zuwanderern große Unterschiede zwischen den Ländern und verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Frank Swiaczny (BiB) und Felicitas Hillmann betrachten Wanderungsströme aus einer globalen Perspektive. So weisen sie darauf hin, dass rund 40 Prozent aller Migranten und etwa 80 Prozent aller Asylbewerber und Flüchtlinge in weniger entwickelten Ländern – dem sogenannten Globalen Süden – leben. Sie diskutieren die Bedeutung dieser Süd-Süd-Migration, die in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Immer mehr Migranten und Flüchtlingen suchen Zuflucht in ihren Nachbarländern, wo sie zumeist in prekären Verhältnissen leben müssen. Daher plädieren beide für eine rasche Verbesserung dieser Lebensumstände, um eine Verfestigung eines Lebens in Armut zu vermeiden.

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