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Koreanische Delegation zu Gast am BiB

Datum 13.10.2016

Eine Delegation des Gyeonggi Human Resource Development Centers (G.H.D.C., Korea) besuchte am 12. Oktober 2016 das BiB, um sich über die Arbeit und die Aufgaben des Instituts zu informieren.

Nach der Begrüßung erläuterte Dr. Evelyn Grünheid vom BiB den 16 Gästen zunächst die Organisation und die Hauptaufgaben des BiB – Forschen, Beraten, Informieren. Sie gab einen kurzen Überblick über die drei Forschungsbereiche, die in den folgenden Beiträgen ausführlich vorgestellt wurden.

Anstieg der Geburtenrate in Deutschland nach jahrzehntelangem Rückgang

Dr. Sabine Diabaté bei ihrem Vortrag. Dr. Sabine Diabaté bei ihrem Vortrag.Dr. Sabine Diabaté zur aktuellen Geburtensituation in Deutschland. Quelle: BiB

Dr. Sabine Diabaté präsentierte am Beispiel der Geburtenentwicklung in Deutschland zentrale Forschungsfragen des Forschungsbereichs „Familie und Fertilität“ und Ergebnisse aus der Leitbildforschung. Dazu gehörte, neben der Frage nach den kulturellen und strukturellen Ursachen des konstant niedrigen Geburtenniveaus in Deutschland, auch der Hinweis, dass nach 35 Jahren des Rückgangs die Geburtenrate in Deutschland zuletzt wieder angestiegen ist. Dies hatte das BiB kürzlich in einer Hochrechnung analysiert und dafür Zahlen aus der amtlichen Bevölkerungsstatistik verwendet. Die Berechnungen beziehen sich dabei auf die Gesamtzahl der Kinder, die Frauen eines Jahrgangs in ihrem Leben bekommen. Demnach wird sich die endgültige Kinderzahl von Frauen, die 1973 geboren wurden, auf 1,56 erhöhen, betonte sie. Für die nachfolgenden Jahrgänge ist sogar mit einem Anstieg auf knapp 1,6 zu rechnen. Dies wäre ein Zuwachs gegenüber den Frauen des Geburtsjahrgangs 1968, die im Schnitt 1,49 Kinder zur Welt gebracht haben und damit den Tiefpunkt markieren. Deshalb kann man vorsichtig sagen: Der Rückgang der Geburtenrate ist gestoppt. Die Gründe für diese Entwicklung sind allerdings vielfältig und bedürfen weiterer Forschungsarbeit, erklärte Frau Diabaté.

Zunahme der Pendelmobilität in Deutschland

Einen Einblick in einen Teil des Forschungsbereichs „Migration und Mobilität“ gab Dr. Heiko Rüger, indem er sich mit dem Thema der berufsbedingten Pendelmobilität in Deutschland auseinandersetzte. Basierend auf der Studie zu Job Mobilities and Family Lives in Europe belegte er, dass es in Deutschland eine höhere Mobilitätsdynamik als in untersuchten Vergleichsländern gibt. Dabei sind Formen zirkulärer Pendelmobilität insgesamt weiter verbreitet als Umzugsmobilität. Zudem lässt sich in Deutschland eine Zunahme der Pendelmobilität beobachten, während Umzüge stagnieren. Und das bleibt für die Betroffenen nicht ohne Folgen, betonte Dr. Rüger. So wirkt das Mobilitätsverhalten in andere Lebensbereiche wie Familie und Partnerschaft, das Wohlbefinden beziehungsweise die Gesundheit und nicht zuletzt auch das bürgerschaftliche Engagement hinein.

Darüber hinaus berichtete er über die aktuelle BiB-Studie im Auftrag des Ressortarbeitskreises der Bundesregierung zur interkulturellen Öffnung der Bundesverwaltung hinsichtlich des Anteils und der Struktur der Beschäftigten mit Migrationshintergrund. Ein zentrales Ergebnis war, dass der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung mit 14,8 Prozent zwar deutlich höher liegt als in der öffentlichen Verwaltung im Allgemeinen, diese Beschäftigtengruppe im Vergleich zur Privatwirtschaft dort jedoch nach wie vor unterrepräsentiert ist.

Die „jungen Alten“ zwischen Produktivität und Ruhestand

Dr. Andreas Mergenthaler bei seinem Vortrag. Dr. Andreas Mergenthaler bei seinem Vortrag.Dr. Andreas Mergenthaler über die aktuelle Forschung zu den jungen Alten zwischen Produktivität und Ruhestand. Quelle: BiB

Bei der Vorstellung des Forschungsbereichs „Demografischer Wandel und Alterung“ präsentierte Dr. Andreas Mergenthaler Erkenntnisse zu den „jungen Alten“ in Deutschland zwischen Produktivität und Ruhestand. Er gab einen Überblick über das Projekt Transitions and Old Age Potentials (TOP) des BiB und verwies unter anderem auf die Bedeutung der Erwerbstätigkeit älterer Menschen jenseits der derzeitigen Regelaltersgrenze von 65 Jahren, auch von Seiten der Politik. Im Rahmen der Demografiestrategie der Bundesregierung wird zudem die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen an Jüngere, sei es im Ehrenamt oder in der Familie, als wichtiges Potenzial älterer Menschen und als eine wesentliche Voraussetzung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in einer alternden Bevölkerung gesehen. Dabei stellt sich unter anderem die Frage nach den Einstellungen und Absichten sowie den Lebensbedingungen und -ereignissen der „jungen Alten“. Hinzu kommen ihre Einstellungen und Ressourcen im Hinblick auf die Konstellationen produktiver Tätigkeiten im formellen und informellen Bereich.

Dr. Mergenthaler präsentierte erste Ergebnisse und wies zugleich auf die zweite Welle der Befragung hin, die sich gegenwärtig in der Datenaufbereitung befindet. Insgesamt wurden 2.501 Personen erneut befragt, was einer Ausschöpfungsquote von circa 64 Prozent entspricht, betonte er.

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