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Schutzsuchende im globalen Maßstab – die „Global Trends“ der UN für 2015

Datum 28.07.2016

Die Flucht vor Gewalt und Katastrophen betrifft mehr Menschen als bisher jemals verzeichnet. In der neuen Ausgabe von Bevölkerungsforschung Aktuell analysiert Bernhard Köppen vom BiB den Jahresbericht 2015 des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen.

Die Vereinten Nationen gehen von knapp über 65 Millionen Menschen weltweit aus, die sich im Jahr 2015 auf der Flucht befanden. Darunter befinden sich etwa 41 Millionen sogenannte Binnenvertriebene – also Menschen, die sich innerhalb ihres Heimatlandes in Sicherheit bringen wollen. Bei 21 Millionen handelt es sich um Flüchtlinge, die außerhalb ihres Heimatstaates Schutz suchen. In laufenden Asylverfahren befinden sich 3 Millionen Menschen.

Seit 2011 ist ein markanter Anstieg der Gesamtzahl an Schutzsuchenden festzustellen. Das sind in erster Linie Menschen, die aufgrund von Kriegen gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Als Konsequenz daraus finden sich in den Staaten mit den meisten Binnenvertriebenen auch die aktuell besonders gewalttätigen und lange andauernden Konflikte wieder. Das Hauptaugenmerk des Beitrags widmet sich daher vor allem der Lage der Binnenflüchtlinge und diskutiert unter anderem anhand aktueller Beispiele wie der Situation in der Ukraine, inwieweit das ursprüngliche Mandat des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) noch ausreicht, um die globalen Dimensionen von Flucht und Vertreibung durch Gewalt, Katastrophen und Umweltveränderungen angemessen zu erfassen.

In einem weiteren Beitrag untersucht Jasmin Passet-Wittig auf der Basis von Daten der Surveys pairfam und „Paaren in Kinderwunschbehandlung, PinK die Verbreitung von Infertilität. Dazu präsentiert sie Antworten auf die Frage, wer eigentlich reproduktionsmedizinische Leistungen in Anspruch nimmt.

Jürgen Dorbritz betrachtet in seiner Analyse die Entwicklung der Geschlechterproportionen in Deutschland und im europäischen Vergleich. Er geht davon aus, dass sich die Geschlechterverteilungen in den europäischen Bevölkerungen langsam, aber stetig wandeln werden. In Deutschland wird eine ausgeglichene Geschlechterproportion den Prognosen zufolge um 2050 erwartet. Entscheidend für die Veränderung der Situation in Deutschland wird dabei das zukünftige Migrationsgeschehen sein.

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