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Ist der Geburtenanstieg des Jahres 2015 ein Trend für die Zukunft?

Datum 06.07.2016

Im Jahr 2015 stieg die Zahl der Geburten nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes auf knapp 738.000 Kinder an – das sind etwa 23.000 mehr als noch 2014. Angesichts der Entwicklung bewerteten Dr. Jürgen Dorbritz und der Direktor des BiB, Professor Norbert F. Schneider, die Ursachen und weiteren Trends.

So zeigte sich Dr. Dorbritz im Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur (dpa) optimistisch, was die Zahlen angeht: Die Anzahl der potenziellen Mütter ist gestiegen und zugleich bekommen diese auch durchschnittlich wieder mehr Kinder. Zudem deutet sich an, dass der hohe Anteil kinderloser Akademikerinnen langsam zurückgeht. Ob dies ein Effekt familienpolitischer Maßnahmen des Kindergeldes oder des Ausbaus der Kindertagesbetreuung ist, lässt sich gegenwärtig aber noch nicht feststellen. Ob und inwieweit solche Maßnahmen greifen lässt sich erst frühestens nach 10 Jahren messen, betonte Dr. Dorbritz. Da zugleich mehr Menschen gestorben sind als geboren wurden, und davon auszugehen ist, dass dieser sogenannte Sterbeüberschuss weiter ansteigen wird, muss eine Antwort auf die demografische Entwicklung Zuwanderung lauten, so Dr. Dorbritz. Die Zuwanderung überkompensiert die Effekte von Geburten- und Todesfällen derzeit deutlich.

Ergänzend dazu geht der Direktor des BiB, Prof. Dr. Norbert F. Schneider, in einem Gespräch mit der Nachrichtensendung „ZDF heute“ davon aus, dass 2016 und wahrscheinlich auch noch 2017 mehr Kinder als derzeit geboren werden. Ab 2020 wird die Zahl der Geburten dann wahrscheinlich zurückgehen, prognostizierte er. Der Grund dafür liegt im Rückgang der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter. Die Frage, ob es tatsächlich einen Trend zu mehr Kindern gibt, lässt sich jedenfalls derzeit nicht beantworten.

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