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Zusammengefasste Erstheiratsziffer

Die zusammengefasste Erstheiratsziffer ist eine komplexe Maßzahl der Heiratshäufigkeit. Analog zur zusammengefassten Geburtenziffer werden für jedes Altersjahr zwischen 15 und 50 Jahren altersspezifische Eheschließungsziffern für ein Kalenderjahr errechnet, wobei die ledigen eheschließenden Frauen und Männer im jeweiligen Alter auf die gesamte Personenzahl (unabhängig vom Familienstand) in der entsprechenden Altersgruppe bezogen werden. Diese altersspezifischen Eheschließungsziffern werden zur zusammengefassten Erstheiratsziffer addiert.

Eigentlich wäre es naheliegend, als Bezugsbasis nur die ledige Bevölkerung des jeweiligen Alters zu verwenden (vergleiche dazu Heiratsziffern der Ledigen). Dies würde jedoch dazu führen, dass die altersspezifischen Ziffern nicht mehr zu addieren wären und stattdessen eine sogenannte Heiratstafel berechnet werden müsste. Da dies ein sehr aufwändiges Berechnungsverfahren ist, verwendet man für Vergleiche zu Vorjahren oder zu anderen Ländern die oben beschriebene zusammengefasste Erstheiratsziffer.

Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass diese Ziffer aufgrund ihrer Berechnung nicht im Sinne eines Anteils der jemals Heiratenden aufgefasst werden darf. Durch Vorziehen bzw. Nachholen von Eheschließungen ist es in Zeiten mit hoher Heiratsneigung möglich, dass die Werte über 100 liegen.

Die zusammengefasste Erstheiratsziffer lag im Jahr 2015 in Deutschland auf einem Niveau von 60 Erstheiraten bei den Frauen und 55 Erstheiraten bei den Männern je 100 Frauen bzw. Männer. Dabei waren die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in den ostdeutschen Bundesländern erheblich höher als in den westdeutschen.

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