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Wanderungssaldo, Wanderungsbilanz, Nettowanderung

Als Wanderungssaldo, Wanderungsbilanz oder Nettowanderung wird die Differenz zwischen der Zahl der Zuzüge und der Zahl der Fortzüge für eine konkrete Region und einen bestimmten Zeitraum bezeichnet. Ist der Wanderungssaldo positiv, spricht man vom (Zu-)Wanderungsüberschuss bzw. Wanderungsgewinn, im entgegengesetzten Fall vom Wanderungsdefizit bzw. Wanderungsverlust.

Der Wanderungssaldo lässt sich unterteilen in den Binnen- und den Außenwanderungssaldo, wobei hier Außenwanderung immer im Sinne von Wanderung über die Bundesgrenzen verstanden wird. Für Deutschland insgesamt ist der Binnenwanderungssaldo immer Null, Zuzüge und Fortzüge gleichen sich innerhalb des Landes aus. Je kleiner die betrachtete Region ist, desto größer wird in der Regel der Einfluss der Binnenwanderung.

Der Wanderungssaldo Deutschlands im Rahmen der internationalen Wanderung wird vor allem durch die Schwankungen in den Zuwanderungen beeinflusst, die Veränderungen in den Fortzügen sind im Vergleich dazu deutlich geringer. Die höchsten Wanderungsüberschüsse waren zunächst zu Beginn der 1990er Jahre zu verzeichnen, wozu vor allem die Zuwanderungen der (Spät-)Aussiedler beitrugen. Danach verringerten sich die Wanderungsüberschüsse bis hin zu Wanderungsverlusten in den Jahren 2008 und 2009. In diesen beiden Jahren sind allerdings die zahlreichen Melderegisterbereinigungen zu berücksichtigen, die infolge der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer durchgeführt wurden. Die Ergebnisse für diese beiden Jahre sind daher nur eingeschränkt aussagefähig. Seit 2010 stiegen die Wanderungsgewinne wieder deutlich an und erreichten im Jahr 2015 mit 1,14 Mio. den höchsten Wert seit 1950.

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