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Räumliche Bevölkerungsbewegung

Die räumliche Bevölkerungsbewegung spiegelt die Veränderung der Bevölkerungszahl und -zusammensetzung durch Zu- und Abwanderungen über die Grenzen des jeweils betrachteten Gebietes wider (diese sind das Ergebnis der An- und Abmeldungen in der Wanderungsstatistik und beziehen sich auf Wanderungsfälle, nicht auf Personen – d.h. eine Person kann mehrmals im Jahr in der Wanderungsstatistik erfasst werden). Die Differenz der Zu- und Abwanderungen eines Jahres führt dabei im Saldo zu einem Wanderungsgewinn oder -verlust, der auch als Wanderungssaldo oder Wanderungsbilanz bezeichnet wird und in die Bevölkerungsbilanz eingeht.

Für Deutschland insgesamt sind dabei nur die Wanderungen über die Bundesgrenzen zu berücksichtigen (Außenwanderung), die Wanderungen innerhalb Deutschlands (Binnenwanderungen) gleichen sich insgesamt aus. Im Jahr 2015 standen entsprechend den Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland den 2.136.954 Zuzügen über die Bundesgrenzen 997.551 Fortzüge gegenüber, das ergibt einen positiven Wanderungssaldo von 1.139.402. Damit setzt sich der Trend steigender Zuwanderungsüberschüsse seit 2010 weiter fort.

Betrachtet man die west- und ostdeutschen Bundesländer als getrennte Gebiete, sind im Rahmen der räumlichen Bevölkerungsbewegung die Gesamtwanderungen zu betrachten, die sich aus der Summe von Außen- und Binnenwanderungen ergeben.

Im früheren Bundesgebiet zeigt die Bilanz der Zu- und Abwanderungen über die Außengrenzen in fast allen Jahren seit 1950 einen positiven Wanderungssaldo. Ausnahmen gab es nur Mitte der 1970er Jahre, in denen der Anwerbestopp mit einer gleichzeitigen Rückkehr von Gastarbeitern in ihre Heimatländer zusammenfiel. Ab 2001 war der positive Außenwanderungssaldo rückläufig, 2008 erreichte der Wanderungssaldo sogar einen negativen Wert – hier führten allerdings ebenso wie in Ostdeutschland Melderegisterbereinigungen infolge der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer zu Vergleichsproblemen gegenüber den Vorjahren. In den letzten vier Jahren ist – ebenso wie in Deutschland insgesamt – der Zuwanderungsüberschuss deutlich ansteigend. In der ehemaligen DDR wiesen besonders die 1950er und 1980er Jahre hohe negative Wanderungssalden auf. Seitdem zeigen auch die ostdeutschen Bundesländer im Rahmen der Außenwanderung in fast allen Jahren einen – wenn auch deutlich geringeren – Wanderungsüberschuss. Die Binnenwanderungen zwischen West- und Ostdeutschland war seit der deutschen Wiedervereinigung geprägt durch ständige und zum Teil hohe Wanderungsverluste der ostdeutschen gegenüber den westdeutschen Bundesländern. In den letzten Jahren gingen diese Verluste deutlich zurück, 2013 konnte Ostdeutschland erstmals einen positiven Saldo im Rahmen der Ost-West-Wanderung erzielen, der sich in den Jahren 2014 und 2015 fortsetzte. Ein großer Teil dieser Wanderungsgewinne ist jedoch vor allem auf die Anziehungskraft von Berlin zurückzuführen.

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