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Müttersterblichkeit

Als Müttersterbefall gilt der Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder innerhalb von 42 Tagen nach Beendigung der Schwangerschaft aufgrund von Ursachen, die in Beziehung zur Schwangerschaft oder deren Behandlung stehen oder durch diese verschlechtert werden. Nicht zur Müttersterblichkeit gezählt werden Sterbefälle von Schwangeren durch Unfall oder zufällige Ereignisse.

Internationale Bezugsgröße ist die Zahl der direkten und indirekten Müttersterbefälle pro 100.000 Lebendgeborene. Direkte Müttersterbefälle sind solche, die als Folge von Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett auftreten, als Folge von Eingriffen, Unterlassungen, unsachgemäßer Behandlung oder als Folge einer Kausalkette, die von einem dieser Zustände ausgeht. Indirekt bedingte Sterbefälle ergeben sich aus einer bereits vorher bestehenden Krankheit oder aufgrund einer Krankheit, die sich während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett entwickelt hat, nicht auf direkt bedingte Ursachen zurückgeht, aber durch physiologische Auswirkungen von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett verschlechtert wurde (siehe dazu http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/kodesuche/onlinefassungen/htmlamtl2011/zusatz-definitionen.htm).

In Deutschland wird die Müttersterblichkeit im Rahmen der Todesursachenstatistik erfasst (nach ICD-10-Klassifikation sind dies die Todesursachen O00–O92 und O98–O99), in einigen Ländern vor allem Osteuropas basieren die Daten auf der Krankenhausstatistik (vgl. dazu http://data.euro.who.int/hfadb).

Im Jahr 2014 starben in Deutschland 29 Frauen nach den oben genannten Kriterien im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, das sind rund 4 Frauen je 100.000 Lebendgeborene. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der vergleichbare Wert noch bei 300 bis 350, er stieg dann bis 1929 sogar auf rund 550 gestorbene Mütter je 100.000 Lebendgeborene. Heute gehört Deutschland weltweit zu den Ländern mit der geringsten Müttersterblichkeit.

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