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Mikrozensus

Der Mikrozensus ist die amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Arbeitskräftestichprobe der Europäischen Union (EU-Arbeitskräftestichprobe) ist in den Mikrozensus integriert. Bereits seit 1957 - in den neuen Ländern (einschließlich Berlin-Ost) seit 1991 - liefert der Mikrozensus statistische Informationen in tiefer fachlicher und regionaler Gliederung über die Bevölkerungsstruktur, die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung, der Familien, Lebensgemeinschaften und Haushalte, die Erwerbstätigkeit, Arbeitsuche, Aus- und Weiterbildung, Wohnverhältnisse und Gesundheit.
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Der Mikrozensus … basiert auf einem zeitlich befristeten Gesetz, dem so genannten Mikrozensusgesetz. Im Jahr 2004 wurde das bis dahin gültige "Gesetz zur Durchführung einer Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt sowie die Wohnsituation der Haushalte" vom 17. Januar 1996 (Mikrozensusgesetz 1996 - MZG 1996, BGBl. I Seite 34) durch das gleich lautende Mikrozensusgesetz vom 24. Juni 2004 (MZG 2005, BGBl. I Seite 1350) abgelöst.

Kennzeichnend für die Erhebungsform des Mikrozensus bis 2004 war das Konzept der festen Berichtswoche, das heißt die meisten Fragen bezogen sich auf die Gegebenheiten in einer einzelnen Berichtswoche im Jahr. In der Regel handelte es sich um die letzte feiertagsfreie Woche im April. Die Mikrozensusergebnisse bis 2004 lieferten somit eine Momentaufnahme der Verhältnisse im Frühjahr und waren - je nach Merkmal mehr oder weniger stark - durch saisonale Schwankungen beeinflusst. Das MZG 2005 ordnet in Paragraf 3 eine unterjährige, kontinuierliche Erhebung an. Bei dieser Erhebungsform soll das gesamte Befragungsvolumen gleichmäßig auf alle Kalenderwochen des Jahres verteilt werden, wobei die letzte Woche vor der Befragung die Berichtswoche darstellt (so genannte gleitende Berichtswoche). … Im Gegensatz zu dem bis 2004 gültigen Gesetz sind keine Unterstichproben mehr vorgesehen, das heißt der Auswahlsatz liegt für alle Merkmale einheitlich bei 1 % der Bevölkerung. Damit ist der Mikrozensus die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa.

Der Mikrozensus ist eine Zufallsstichprobe, bei der alle Haushalte die gleiche Auswahlwahrscheinlichkeit haben. Dazu werden aus dem Bundesgebiet Flächen (Auswahlbezirke) ausgewählt, in denen alle Haushalte und Personen befragt werden (einstufige Klumpenstichprobe). Ein Viertel aller in der Stichprobe enthaltenen Haushalte (beziehungsweise Auswahlbezirke) wird jährlich ausgetauscht. Folglich bleibt jeder Haushalt vier Jahre in der Stichprobe (Verfahren der partiellen Rotation).

Aus: Statistisches Bundesamt, Erläuterungen zum Mikrozensus

Die Hochrechnung der Mikrozensusergebnisse erfolgt auf der Grundlage der Bevölkerungsfortschreibung. Ab dem Jahr 2011 liegen der Hochrechnung die Ergebnisse der Fortschreibung auf Basis der Zensuszahlen von 2011 zugrunde.

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