Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Jugendquotient

Im Jugendquotienten (bzw. eigentlich Kinder- und Jugendquotienten) wird die jüngere (noch nicht erwerbsfähige) Bevölkerung auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bezogen. Es gibt dazu keine vorgeschriebenen Altersgrenzen, am gebräuchlichsten sind Abgrenzungen bei 15 bzw. 20 Jahren nach unten und 60 bzw. 65 Jahren nach oben, also:

Die Zahl der Personen im Alter unter 15 bzw. 20 Jahren wird dividiert durch die Bevölkerungszahl zwischen 15 bzw. 20 und 60 bzw. 65 Jahren.

Die Abgrenzung richtet sich entweder nach dem verfügbaren Datenangebot (z.B. bei langfristigen oder internationalen Vergleichen) oder nach inhaltlichen Kriterien (z.B. bei der Festlegung unterschiedlicher Renteneintrittsgrenzen). Diese Altersgrenze stellt keine tatsächliche Abgrenzung von Nichterwerbsbevölkerung und Erwerbsbevölkerung dar, weil gerade bei historischen oder internationalen Vergleichen die tatsächliche Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in sehr unterschiedlichem Alter erfolgen kann bzw. die tatsächliche Erwerbstätigkeit auch von anderen Faktoren als dem erwerbsfähigen Alter abhängt. Insofern ist der Jugendquotient eine Rechengröße zur Abschätzung potenzieller Abhängigkeit der jungen – im Wesentlichen noch nicht erwerbstätigen – Bevölkerungsgruppe von der Bevölkerung im potenziell erwerbsfähigen Alter.

Der Jugendquotient lag in Deutschland im Jahr 2015 bei 30,3 unter 20-Jährigen je 100 20- bis unter 65-Jährige, das ist der niedrigste Wert, der für Deutschland je berechnet wurde. Zwischen West- und Ostdeutschland gibt es beim Jugendquotienten im Niveau deutliche Unterschiede: Der Wert für 2015 von 31,0 unter 20-Jährigen je 100 20- bis unter 65-Jährige in den westdeutschen Bundesländern ist weiterhin leicht rückläufig. Durch den Geburteneinbruch zu Beginn der 1990er Jahre ist der Jugendquotient in Ostdeutschland nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Aufgrund der ab Mitte der 1990er Jahre wieder angewachsenen Geburtenzahlen zeigt sich aber ein steigender Trend. Mit 27,4 liegt er in den ostdeutschen Bundesländern (einschließlich Berlin) inzwischen deutlich über dem Tiefststand von 23,8 aus dem Jahr 2010.

Alternativ

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017