Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Gesamtquotient

Der Gesamtquotient oder Gesamtabhängigenquotient ist vor allem für ökonomische Fragestellungen relevant und spiegelt das quantitative Verhältnis von Bevölkerung im erwerbsfähigen und nichterwerbsfähigen Alter wider, er ergibt sich als Summe aus dem Jugend- und dem Altenquotienten. Analog zu diesen beiden Kennziffern gibt es auch beim Gesamtquotienten keine vorgeschriebenen Altersgrenzen, am gebräuchlichsten sind Abgrenzungen bei 15 bzw. 20 Jahren nach unten und 60 bzw. 65 Jahren nach oben, also:

Die Zahl der Personen unter 15 bzw. 20 Jahren wird addiert zur Bevölkerungzahl ab 60 bzw. 65 Jahre, die Summe wird dividiert durch die Bevölkerungszahl zwischen 15 bzw. 20 und 60 bzw. 65 Jahren.

Die Abgrenzung richtet sich entweder nach dem verfügbaren Datenangebot (z.B. bei langfristigen oder internationalen Vergleichen) oder nach inhaltlichen Kriterien (z.B. bei der Festlegung unterschiedlicher Renteneintrittsgrenzen). Diese Altersgrenze stellt keine tatsächliche Abgrenzung von Nichterwerbsbevölkerung und Erwerbsbevölkerung dar, weil gerade bei historischen oder internationalen Vergleichen der Eintritt in bzw. das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben in sehr unterschiedlichem Alter erfolgen kann bzw. die tatsächliche Erwerbstätigkeit auch von anderen Faktoren als dem erwerbsfähigen Alter abhängt. Insofern ist der Gesamtquotient eine Rechengröße zur Abschätzung potenzieller Abhängigkeit der jüngeren und älteren – im Wesentlichen noch nicht bzw. nicht mehr erwerbstätigen – Bevölkerungsgruppe von der Bevölkerung im potenziell erwerbsfähigen Alter.

Der Gesamtquotient lag in Deutschland im Jahr 2015 bei 65,0 unter 20- und über 65-Jährigen je 100 20- bis unter 65-Jährige und damit etwa auf dem Niveau vom Beginn der 1980er Jahre. Durch den gegenläufigen Trend von Jugend- und Altenquotient – wobei allerdings der Jugendquotient langsamer gesunken ist als der Altenquotient anstieg – war der Gesamtquotient in den 1990er Jahren auf dem tiefsten jemals erreichten Niveau von unter 60. In den nächsten Jahrzehnten wird dieser Wert wieder ansteigen, nach den Ergebnissen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung könnte er bis zum Jahr 2060 einen Wert von fast 93 erreichen. Dies wäre in etwa das gleiche Niveau wie im Jahr 1871 – nur in deutlich anderer Aufteilung zwischen Jugend- und Altenquotient.


Alternativ

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017