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Außenwanderung

Unter Migration versteht man solche Formen der räumlichen Mobilität, bei der eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. In der amtlichen Statistik wird zwischen Binnenmigration und internationaler Migration unterschieden. Erfolgt die Migration über eine territoriale Grenze hinweg, spricht man von internationaler Migration. Die internationale Migration von und nach Deutschland beinhaltet die Zu- und Fortzüge über die Grenzen des Landes (Außenwanderung).

Deutschland hat sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem der wichtigsten Einwanderungsländer Europas entwickelt. Bereits ab den 1950er und 60er Jahren war die Zuwanderung nach Deutschland von stark zunehmender Bedeutung, besonders im Rahmen der Anwerbung von Arbeitsmigranten, die vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei sowie aus Portugal und Jugoslawien nach Deutschland kamen. In den 1970er und 80er Jahren gewinnt der Familiennachzug der ehemaligen Gastarbeiter an Bedeutung.

Im Zeitraum von 1991 bis 2015 wurden 24,9 Millionen Zuzüge vom Ausland nach Deutschland registriert. Die Zuzugszahlen setzten sich im Zeitverlauf aus unterschiedlichen Zuwanderergruppen zusammen. Bis Mitte der 1990er Jahre prägten der Zuzug von deutschstämmigen (Spät-)Aussiedlern aus Ostmittel- und Südosteuropa und dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sowie bis 1995 der Zuzug von Asylsuchenden das Zuwanderungsgeschehen. Ebenfalls von Bedeutung waren der Zuzug von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Seit Mitte der 1990er Jahre nehmen neue Formen der Arbeitsmigration, insbesondere im Rahmen von Werkverträgen und Saisonarbeit, aber auch im Bereich der Migration hochqualifizierter Arbeitskräfte an Bedeutung zu. Durch die Erweiterung der europäischen Union erhöhte sich ab 2004 die Zahl der EU-Binnenzuwanderer kontinuierlich. In den Jahren 2011 bis 2014 stammten jeweils über 60 % aller Zuwanderer aus der EU. Gegenwärtig bestimmen stark angestiegene Flüchtlingsströme das Zuwanderungsgeschehen.

Im gleichen Zeitraum wurden 17,8 Millionen Fortzüge aus Deutschland ins Ausland verzeichnet. Damit ergab sich im betrachteten Zeitraum für Deutschland ein Wanderungsgewinn von etwa 7 Millionen.

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