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Altersaufbau der Bevölkerung

Der Altersaufbau einer Bevölkerung zeigt wesentliche Einflüsse der demografischen Geschichte eines Landes aus den letzten Jahrzehnten. Er erhält seine Form aus dem Zusammenwirken von Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit sowie den Zu- und Abwanderungen. Diese sind unter anderem geprägt von wirtschaftlichen und sozialen Ereignissen der Vergangenheit.
Bei der grafischen Darstellung werden Frauen und Männer nach Altersjahren getrennt dargestellt. Dabei kann eine Darstellung auf Basis absoluter Zahlen (in 1000 Personen) gewählt werden, für Vergleichszwecke verschiedener Altersstrukturen (z.B. Deutsche und Ausländer) wird allerdings eine Darstellung auf der Basis prozentualer Anteile der einzelnen Altersjahre verwendet.
Bei hoher Geburtenhäufigkeit und hoher Sterblichkeit entsteht in der grafischen Darstellung eine Pyramidenform, weshalb die Altersstruktur häufig auch als „Alterspyramide“ bezeichnet wurde bzw. wird. Tatsächlich ist diese Form der Altersstruktur für Deutschland aber nur bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts typisch gewesen. Gegenwärtig kann man eher von einem "ausgefransten Tannenbaum" sprechen, der durch mehrere Einschnitte und Ausbuchtungen gekennzeichnet ist, die auf Ereignisse aus der Vergangenheit zurückzuführen sind. Zum Zeitpunkt dieser Ereignisse gelangt man, indem das Altersjahr vom Kalenderjahr des Altersaufbaus subtrahiert wird. Der gegenwärtige Altersaufbau ist in den hohen Altersjahren in Deutschland noch geprägt durch die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges sowie durch die Geburtentiefs der beiden Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise. Die Baby-Boom-Generation lässt sich an den deutlichen Ausbuchtungen erkennen und die Geburtenrückgänge ab Mitte der 1960er Jahre und nach der deutschen Wiedervereinigung in Ostdeutschland zeigen sich an den Einschnitten im Altersaufbau.

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