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Außenwanderungen

Mit dem Begriff „Migration“ werden Formen der räumlichen Mobilität bezeichnet, bei der eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. Die amtliche Statistik unterscheidet dabei zwei Formen: Binnenmigration und internationale Migration. Der hier vorgestellte Bereich umfasst die internationale Migration oder Außenwanderungen, die eine Migration über eine Staatsgrenze hinweg voraussetzt.

Deutschland hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten Einwanderungsregionen in Europa entwickelt. Bereits in den 1950er und 60er Jahren nahm die Zuwanderung nach Deutschland stark zu. Eine erste Einwanderungswelle entstand durch die gezielte Anwerbung von Arbeitsmigranten aus Südeuropa. Die zweite Welle in den 1970er und 80er Jahren war vor allem durch den Zuzug von Familienangehörigen der zuvor angeworbenen Arbeitnehmer geprägt. Diese ehemaligen Gastarbeiter und ihre Familien bilden bis heute die größte Gruppe der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund. Nach der Wiedervereinigung und den politischen Umwälzungen in Osteuropa kam es zu einer dritten Zuwanderungswelle, die insbesondere deutschstämmige (Spät-)Aussiedler sowie Flüchtlinge und Asylsuchende umfasste. Seitdem sind die Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland eher durch temporäre Wanderungen spezieller Migrantengruppen wie Werkvertragsnehmer, Saisonarbeiter oder hochqualifizierte Arbeitskräfte gekennzeichnet. Seit 2010 zeigen die Zuwanderungszahlen erneut einen deutlichen Aufschwung. Dabei handelt es sich vor allem um Zuwanderer aus Osteuropa und Südeuropa. Während die osteuropäischen Zuwanderer vor allem im Rahmen der erstmaligen Arbeitnehmerfreizügigkeit für diese Länder nach Deutschland zuwanderten, war es in Südeuropa die Wirtschaftskrise, die für massive Auswanderungen sorgt. Ob es sich hierbei um eine neue (vierte) Zuwanderungswelle oder nur um ein temporäres Phänomen handelt, werden die nächsten Jahre zeigen. Die Jahre 2014 und 2015 waren geprägt durch eine hohe Anzahl von Flüchtlingen, die aus humanitären Gründen nach Deutschland gekommen sind.

In den letzten zwei Jahrzehnten von 1991 bis 2014 war in Deutschland ein Wanderungsgewinn von insgesamt knapp 5,49 Millionen Personen zu verzeichnen. Damit stellen die Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland einen zentralen Einflussfaktor auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung dar.

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