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Fertilität

Deutschland gehört seit mehreren Jahrzehnten zu den Ländern mit dem niedrigsten Geburtenniveau weltweit, das gilt sowohl für West- wie für Ostdeutschland. Unter den heutigen Fertilitätsverhältnissen ist in Deutschland jede Kindergeneration um fast ein Drittel kleiner als ihre Elterngeneration.

Im früheren Bundesgebiet besteht die Niedrig-Fertilitätssituation bereits seit Mitte der 1970er Jahre. Sie schließt sich an das Geburtenhoch zwischen Mitte der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre an. Der Geburtenrückgang zwischen 1965 und 1975 ist unter anderem ein Resultat eines erheblichen Wertewandels und fortschreitender Individualisierungsprozesse.

In der ehemaligen DDR sank das Geburtenniveau zunächst bis Mitte der 1970er Jahre ebenfalls stark ab. Der danach folgende Wiederanstieg war vor allem durch familienpolitische Maßnahmen verursacht, die ein Vorziehen bzw. Nachholen von Geburten bewirkten. Ein ausgeprägtes Geburtentief ist nach der deutschen Wiedervereinigung entstanden. Seit der Mitte der 1990er Jahre stieg das Geburtenniveau in den neuen Ländern kontinuierlich an und liegt gegenwärtig bereits wieder über dem westdeutschen Niveau. Seit dem Jahr 2012 ist auch in Westdeutschland ein Wiederanstieg der zusammengefassten Geburtenziffer zu erkennen – 2015 lag sie in Westdeutschland (ohne Berlin) bei 1,50 und in Ostdeutschland (einschließlich Berlin) bei 1,52 Kindern je Frau.

Hinter den ähnlichen durchschnittlichen Kinderzahlen der ost- und westdeutschen Geburtsjahrgänge verbergen sich allerdings unterschiedliche Fertilitätsmuster. Die auffälligsten Unterschiede bestehen in einer hohen Kinderlosigkeit im Westen und in einer stärkeren Verbreitung der Ein-Kind-Familie im Osten. Auch im Hinblick auf den Anteil nichtehelicher Geburten zeigen sich deutliche West-Ost-Unterschiede. Im Jahr 2015 wurden knapp 30 % aller westdeutschen, aber fast 58 % aller ostdeutschen Kinder außerhalb einer Ehe geboren.

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