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Materialienband 126

Ralf Mai und Frank Swiaczny:
Demographische Entwicklung - Potenziale für Bürgerschaftliches Engagement

Heft 126: Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (2008)

Der Bericht des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung analysiert, wie sich die demographische Entwicklung auf das bürgerschaftliche Engagement auswirken kann und welche Potenziale dafür vorhanden sein werden. Er stellt insbesondere dar, welche Auswirkungen der demographische Wandel auf die Gestaltungsspielräume der Kommunen haben kann, kommunale Dienstleistungen und Infrastruktureinrichtungen vorzuhalten sowie welche Bedeutung ein ergänzendes bürgerschaftliches Engagement in diesem Zusammenhang hat.
Der Bericht basiert auf einer empirischen Analyse des regionalen demographischen Wandels und gibt unter anderem einen Überblick über die Ergebnisse unterschiedlicher Erhebungen zum bürgerschaftlichen Engagement. Eine Modellrechnung zeigt den Einfluss des demographischen Wandels auf die künftige Entwicklung des Potenzials an Engagierten in den Regionen.

Die wesentlichen Ergebnisse sind:

  • Bürgerschaftliches Engagement ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens.
  • Bürgerschaftliches Engagement hat positive Wirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes.
  • Älteren kommt für das bürgerschaftliche Engagement im Zuge des demographischen Wandels künftig eine wichtigere Rolle zu.
  • Alterung, Bevölkerungsrückgang sowie Internationalisierung und Heterogenisierung der Bevölkerungsstruktur sind Trends der demographischen Entwicklung, die sich räumlich differenziert vollziehen.
  • Ungünstige Bevölkerungsentwicklung ist charakteristisch für die neuen Länder und peripheren Regionen.
  • Ungünstige demographische Entwicklungen erschweren die regionalen Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung des gewohnten Umfangs an Versorgungseinseinrichtungen und sozialer Infrastruktur.
  • Bürgerschaftliches Engagement kann das kommunale Angebot an Infrastruktur ergänzen und stützen und damit eine Bereicherung und ein Standortvorteil für die Kommune sein.
  • Bürgerschaftliches Engagement und Engagierte gezielt zu unterstützen, erfordert einen koordinierten kommunalpolitischen Ansatz.
  • Bürgerschaftliches Engagement und die generelle Bereitschaft hierzu sind nach Ergebnissen von Erhebungen in den letzten Jahren gestiegen, besonders bei Älteren und Arbeitslosen; aber auch bei Jugendlichen kann eine hohe Beteiligung gemessen werden.
  • Bürgerschaftliches Engagement ist in den neuen Ländern noch unterdurchschnittlich verbreitet, der Abstand zu den alten Ländern verringert sich aber.
  • Anliegen und Umfang des bürgerschaftlichen Engagements werden geprägt durch die soziale Herkunft der Engagierten.
  • Bürgerschaftliches Engagement in Deutschland hat im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf.
  • Modellrechnungen zeigen, dass alle Tätigkeitsbereiche des bürgerschaftlichen Engagements bei unverändertem Niveau dieses Engagements von einem Rückgang der Engagiertenzahl betroffen sein werden; Regionen mit ungünstiger demographischer Entwicklung werden davon am stärksten berührt sein.
  • Demographisches Potenzial für bürgerschaftliches Engagement wird gerade dort, wo die Tragfähigkeit der Infrastruktur am stärksten zurückgeht, in Zukunft am geringsten sein.

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