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Materialienband 124

Eckart Bomsdorf und Bernhard Babel:
Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Sachsen im demografischen Wandel
Fakten und Perspektiven bis 2040

Heft 124: Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (2008)

Diese Publikation ist zugleich Band 3 der Reihe Regionen Deutschlands im demografischen Wandel. Band 1 erschien 2005 unter dem Titel „Deutschlands Millionenstädte im demografischen Wandel, Fakten und Perspektiven bis 2040“ als Heft 116 der Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Band 2 wurde 2006 in Köln unter dem Titel „Großstädte Deutschlands im demografischen Wandel, Fakten und Perspektiven bis 2040, Band 2“ veröffentlicht.

Die vorgelegte Studie über die demographische Entwicklung in ausgewählten deutschen Bundesländern ist als Erweiterung der 2005 sowie 2006 für ausgewählte Großstädte Deutschlands veröffentlichten Untersuchungen zu verstehen. Während bei der Untersuchung der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland jedoch zumeist die Folgen für die sozialen Sicherungssysteme im Vordergrund stehen, gibt es bei einer auf der Ebene von Städten und Gemeinden vorgenommenen Betrachtung andere Schwerpunkte. Eine Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung und des Bevölkerungsumfangs hat unmittelbar Auswirkungen auf landespolitische bzw. kommunale Entscheidungen. Als Beispiel seien hier die Anzahl der benötigten Kindergartenplätze, Schulen, altengerechten Wohnungen bzw. Krankenhausbetten genannt.

Die Schwierigkeiten bei der Durchführung einer sachgerechten Modellrechnung der Bevölkerungsentwicklung verhalten sich vereinfacht gesagt umgekehrt proportional zum Umfang der Bevölkerung einer Region. Aussagen für großräumige Regionen sind zuverlässiger als für kleinräumige. Zusätzlich gilt, dass die Qualität einer Vorausberechnung mit der Feinheit der gewünschten strukturellen Daten sinkt. Um derartige Modellrechnungen überhaupt vornehmen zu können, müssen Annahmen über die Fertilität, die Mortalität und die Migration gemacht werden. Damit werden die zukünftige Entwicklung der Anzahl der Geborenen und der Gestorbenen sowie der Umfang der Wanderungen festgelegt. Derartige Annahmen basieren regelmäßig auf Werten aus der Vergangenheit, die für kleine Regionen zum einen schwierig zu erhalten und zum anderen in ihrer Prognosequalität nicht so gut wie für große Regionen sind. Beispielsweise unterliegen Fertilitätsraten und Sterbewahrscheinlichkeiten in kleinen Regionen stärkeren Zufallsschwankungen als in größeren.

Die Größe der in der hier vorgelegten Studie betrachteten Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Sachsen sichert eine qualitativ sehr gute Datenbasis hinsichtlich der Komponenten der Bevölkerungsentwicklung. Auf der Basis der Vergangenheit wird ausgehend von je drei Varianten für die drei Komponenten der Bevölkerungsentwicklung eine Vorausberechnung der Bevölkerung bis zum Jahr 2040 vorgenommen. Für jedes Land werden die Basisdaten individuell ermittelt und es findet demgemäß auch eine hinsichtlich ihrer Annahmen individualisierte Fortschreibung der Bevölkerung statt. Die Länge des betrachteten Zeitraums erlaubt es, Entwicklungen aufzuzeigen, die bei kürzeren Betrachtungszeiträumen nicht erkennbar wären. Selbst wenn langfristig orientierte Berechnungen der zukünftigen Entwicklungen einer Region nur als Modellrechnungen – und nicht als Vorausberechnung im Sinne einer Prognose – angesehen werden können und sollen, erlauben sie unmittelbar eine Aussage darüber, wie die zukünftige Bevölkerungsentwicklung unter den vorgegebenen Prämissen verlaufen wird. Sie sind daher ein unverzichtbares Mittel der Planung.

Im Blickpunkt der Untersuchung stehen im Hinblick auf die betrachteten Länder drei Kernfragen:
• Wie entwickelt sich der Umfang der Bevölkerung bis 2040?
• Wie entwickelt sich die Altersstruktur der Bevölkerung bis 2040?
• Welche Bevölkerungskomponente ist für die Bevölkerungsentwicklung langfristig die
wichtigste?

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