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Materialienband 122

Claudia Diehl:
Materialband und Endbericht zur Neuzuwandererbefragung-Pilotstudie
Erste und zweite Welle

Heft 122: Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (2007)

Die „Neuzuwandererbefragung-Pilotstudie“ des BIB verfolgte in methodischer Hinsicht das Ziel, Informationen über die Modalitäten der Stichprobenziehung, das Teilnahmeverhalten und Wiederbefragbarkeit von Personen ausländischer Staatsbürgerschaft sowie in einem „Aussiedlerstaat“ geborenen Deutschen zu machen, die zeitnah ihren Wohnsitz aus dem Ausland nach Deutschland verlagert haben. Die Pilotstudie wurde zwischen Juli 2003 und Mai 2006 als „Gemeindestudie“ durchgeführt. Zur Grundgesamtheit gehörten alle aus dem Ausland nach Essen und München gezogenen ausländischen Personen sowie in einem „Aussiedlerstaat“ geborene Deutsche, deren behördliche Meldung nicht länger als zwölf Monate zurückliegt. Sie wurde in zwei Wellen durchgeführt, um das Ausmaß des Problems der Panelmortalität bei dieser vermutlich sehr mobilen Bevölkerungsgruppe abschätzen zu können.

Die Pilotstudie hat gezeigt, dass ein Survey unter Neuzuwanderern prinzipiell möglich ist. Es lässt sich problemlos eine melderegisterbasierte Stichprobe dieses Personenkreises ziehen, es stellen sich keine gravierenden Sprach- und Verständigungsprobleme, und es gibt keine Hinweise darauf, dass dieser Personenkreis besonders große Vorbehalte gegen eine Befragung hat. Der Anteil derer, die nach einem Jahr wiederbefragt werden konnten lag bei 70 % und kann als durchaus befriedigend angesehen werden.

Allerdings hat die Neuzuwandererbefragung-Pilotstudie gezeigt, dass bei der Befragung zufällig aus dem Einwohnermeldeamt ausgewählter Neuzuwanderer mit hohen Ausfällen zu rechnen ist. Dabei spielten die so genannten stichprobenneutralen Ausfälle durch falsche Adressen eine wichtige Rolle. Weitergehende Analysen zeigten, dass diese Ausfälle systematischer Natur waren, insofern als sie vor allem mit der Nationalität und dem Geschlecht der Befragten zusammenhingen. Der wichtigste Befund in diesem Zusammenhang lautet, dass weibliche und Befragte aus der Türkei eine besonders hohe Teilnahme, männliche und EU-15 Angehörige besonders niedrige Teilnahme aufwiesen. Außerdem hat das sehr unterschiedliche Teilnahmeverhalten in Essen und München gezeigt, dass in Städten mit einem hohen Wanderungsvolumen mit besonders hohen Ausfällen zu rechnen ist.

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