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Materialienband 102f

Evelyn Grünheid:
Einflüsse der Einkommenslage auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten
Ergebnisse des Lebenserwartungssurveys des BiB

Heft 102f: Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (2004)

In vielen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass verhaltensbezogene und aus dem sozialen Status resultierende Faktoren in ihrer Wirkung auf die Gesundheit nicht voneinander zu trennen sind. Die Daten aus dem Lebenserwartungssurvey des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung über die Zusammenhänge von Einkommen und Verhaltensweisen einerseits und Gesundheit andererseits haben bestätigt, dass Personen mit niedrigen Einkommen gegenüber denen mit hohem Einkommen eine schlechtere Gesundheit aufweisen und deutlich unzufriedener mit ihrem Gesundheitszustand sind. Die Abhängigkeit zwischen Gesundheit und Einkommen relativiert sich allerdings, wenn man die betrachteten Personen nach Altersgruppen unterscheidet. Die Untersuchungen haben deutlich gemacht, dass dieser Zusammenhang nur innerhalb der einzelnen Altersgruppen Gültigkeit hat – werden unterschiedliche Altersgruppen analysiert, so zeigt sich, dass der Einfluss des Alters auf die Gesundheit wesentlich stärker ist als der Einfluss der Einkommensgruppe. Innerhalb der Altersgruppe allerdings nimmt der Anteil der Personen mit schlechterer Gesundheit bei steigendem Einkommen spürbar ab.

Hinsichtlich der Zusammenhänge von Einkommen, Gesundheit und gesundheitsbewusstem Verhalten haben sich folgende Ergebnisse herausgestellt:

  • Ergebnisse in Bezug auf das Rauchverhalten
    Am stärksten ausgeprägt ist der Zusammenhang zwischen dem Rauchverhalten und dem Geschlecht: Männer rauchen deutlich häufiger als Frauen, hier ist der Zusammenhang sowohl in West- und Ostdeutschland zu jeweils beiden Befragungszeitpunkten signifikant nachweisbar. Gleichzeitig rauchen jüngere deutlich häufiger als ältere Personen.
  • Ergebnisse zum Alkoholkonsum
    Der Alkoholverbrauch ist im Verlauf zwischen den beiden Erhebungszeitpunkten zurückgegangen. Die durchschnittlich pro Tag konsumierte Alkoholmenge lag jeweils in dem Bereich, der als "moderater Alkoholkonsum" definiert wurde, wobei der Alkoholkonsum der Männer deutlich am oberen Rand des moderaten Bereiches, der der Frauen hingegen eher am unteren Rand einzuordnen war. Für Westdeutschland steigt der Alkoholkonsum mit höherem Einkommen.
  • Ergebnisse im Bereich sportliche Betätigung

Zwischen hohen Einkommen und umfangreicherer sportlicher Betätigung sowie zwischen niedrigen Einkommen und weniger sportlicher Aktivität lässt sich ein deutlicher Zusammenhang feststellen. Gleichzeitig korrelieren sportliche Betätigung und Entwicklung der gesundheitlichen Situation positiv miteinander, d.h. Personen mit hoher sportlicher Aktivität schätzten im Befragungszeitraum ihre gesundheitliche Situation besser ein als Personen mit geringer oder gar keiner sportlichen Betätigung – oder anders herum ausgedrückt – Personen mit guter Gesundheit trieben mehr Sport als Personen mit schlechter Gesundheit.

Bei der Ermittlung eines Gesamtindex zur gesundheitsfördernden Lebensweise wurden folgende Grundtendenzen sichtbar:

  1. Der Anteil sehr gesund lebender Frauen ist höher, derjenige der sehr ungesund lebenden Frauen niedriger als der jeweilige Anteil der Männer.
  2. Zwischen den Befragungszeitpunkten steigt der Anteil der sehr gesund lebenden Personen und es fällt der Anteil der sehr ungesund Lebenden. Das betrifft sowohl Männer als auch Frauen, wobei diese Tendenz in den höheren Altersbereichen stärker ausgebildet ist als in den jüngeren.
  3. Gesundheitsbewusstes Verhalten als Kombination von Nichtrauchen, geringer Alkoholkonsum und regelmäßiger sportlicher Betätigung ist in Westdeutschland stärker ausgeprägt als in Ostdeutschland.

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