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Materialienband 102c

Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Heft 102c, 2001

Ulrich Mueller und Monika Heinzel-Gutenbrunner:
Krankheiten und Beschwerden (subjektive Gesundheit) unter Bewertung der eigenen Gesundheit

In der vorliegenden Datenanalyse wird der Einfluss der sozialen Lage, des Familienstandes, individueller Belastungen und Ressourcen, und schließlich des Gesundheitsverhaltens auf das Auftreten von Krankheiten, subjektiven Beschwerden, funktionalen Beeinträchtigungen und selbsteingeschätzter Gesundheit untersucht an einer für Deutschland repräsentativen Längsschnittdatenbasis, der einzigen ihrer Art in unserem Land.

Die Datenbasis beruht auf dem im Rahmen der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie (DHP) in 1984 bis 1986 in den alten Bundesländern durchgeführten ersten Nationalen Gesundheitssurvey und dem 1990 bis 1991 in den neuen Bundesländern durchgeführten Nationalen Gesundheitssurvey Ost und der 1998 im vereinten Deutschland abgeschlossenen Wiederholungsbefragung der noch erreichbaren Befragten der beiden ersten Erhebungen.

Vor den eigentlichen Analysen wird ein Vergleich durchgeführt zwischen den Teilnehmern an der Zweitbefragung, den zwischenzeitlich Verstorbenen sowie den Personen, die zwar überlebt haben, aber aus anderen Gründen nicht an der Wiederholungsbefragung teilnehmen. Es zeigt sich, dass die Teilnehmer an der zweiten Befragung sich bereits in der ersten Befragung einer besseren Gesundheit erfreut hatten. Auch haben wichtige gesundheitliche Einflussfaktoren aus dem Bereich des Verhaltens, der Einstellungen und der sozialen Lage, des Familienstandes und der sozialen Unterstützung in dieser Gruppe die günstigsten Werte.

Zur Beschreibung des Gesundheitszustandes und seiner Veränderungen werden die vielen verfügbaren Einzelinformationen zu den Bereichen 1. subjektive Beschwerden, 2. Krankheiten und 3. funktionale Beeinträchtigungen zu drei Indizes zusammengefasst. Zusätzlich zu diesen drei zusammengesetzten Gesundheitsindikatoren kommen zwei globale subjektive Einschätzungen hinzu, die Zufriedenheit mit der Gesundheit und die Selbsteinschätzung der eigenen Gesundheit. Da die beiden letzteren globalen Gesundheitsindikatoren hoch korreliert sind und zu annähernd gleichen Ergebnissen führen, die Selbsteinschätzung der eigenen Gesundheit aber in der Literatur viel häufiger verwendet wird, erkennen wir in der selbsteingeschätzten Gesundheit das etwas wichtigere globale Gesundheitsmaß.
(Aus der Zusammenfassung der Autoren)

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