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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Martin Geiger (2009)

Freiwillige Rückkehr nach Albanien. Das Management von Migration am Beispiel der Rückführungsprogramme der Internationalen Organisation für Migration (IOM)*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 34, 3-4/2009, S. 275-298, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s01253-010-0046-x

Mittels empirischer Befunde, die in den vergangenen Jahren zur freiwilligen, von staatlicher und internationaler Seite unterstützten Rückkehr und anderen Komponenten des sogenannten Managements von Migration in Albanien erhoben worden sind, werden die Mechanismen und Effekte von Programmen zur freiwilligen Rückkehr und Reintegration von irregulären Migranten und abgelehnten Asylbewerbern vorgestellt und diskutiert. Programme zur freiwilligen Rückkehr werden seit vielen Jahren durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) angeboten und durchgeführt. Die IOM kann weltweit als die wichtigste Akteurin auf diesem und auf anderen Programmfeldern des Managements von Migration gelten. Die von ihr angebotenen Assisted Voluntary Return (AVR) oder Voluntary Assisted Return and Reintegration Programmes (VARRPs) gewähren irregulär in den EU- oder anderen Zielstaaten lebenden Migranten oder dort abgelehnten bzw. nicht mehr geduldeten Asylbewerbern oder Flüchtlingen die Möglichkeit, nicht per Zwang (als Abgeschobene) sondern sozusagen „freiwillig“ (angeblich auf eigenen Wunsch, obwohl ihnen nichtsdestotrotz doch die Ausreise behördlich vorgeschrieben ist) in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Dazu wird ihnen eine umfangreiche Palette an Rückkehrbeihilfen und Reintegrationsangeboten gewährt. Finanziert werden diese Unterstützungsleistungen durch die Europäische Kommission mittels verschiedener Finanzierungsprogramme (u.a. Rückkehrfonds der EU und thematisches Programm für die Steuerung von Migration AENEAS), die Mitgliedsstaaten der EU und andere wichtige Zielländer von Migranten und Asylsuchenden, wie beispielsweise die Schweiz. AVR und VARRP gelten mittlerweile nicht nur als probate Alternative zur kostenintensiveren Inhaftierung und dann zwangsweise erfolgenden Abschiebung; die Programme zur freiwilligen Rückkehr bilden auch einen wichtigen Bestandteil des Managements von Migration und in diesem Zusammenhang werden sie mittlerweile auch als Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit diskutiert. Das Ziel des Beitrags liegt in einer kritischen Bestandsaufnahme und Würdigung dieser Programme und ihrer Bedeutung im Rahmen der EU-ropäischen und internationalen Migrationspolitik.

* begutachteter Beitrag

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