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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Annelene Wengler, Heike Trappe und Christian Schmitt (2009)

Alles wie gehabt? Zur Aufteilung von Hausarbeit und Elternaufgaben in Partnerschaften*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 34, 1-2/2009, S. 57-78, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s12523-010-0033-2

Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht die Verteilung von Hausarbeit und Elternaufgaben innerhalb von Partnerschaften. Ausgehend von etablierten theoretischen Erklärungen zum Einfl uss von Zeitbudgets, Ressourcen- und Machtverhältnissen innerhalb der Partnerschaft einerseits und normativen Orientierungen andererseits wird das Zusammenwirken dieser Einflussfaktoren häuslicher Arbeitsteilung auf Basis der ersten Welle des „Generations and Gender Survey“ (2005) empirisch überprüft. Wesentlich ist dabei die analytische und empirische Unterscheidung von Routine-Hausarbeiten und Elternaufgaben, da beide Dimensionen der häuslichen Arbeitsteilung partiell unterschiedlichen Mechanismen folgen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Frauen auch heute noch den mit Abstand größten Teil der Routine-Hausarbeiten und Elternaufgaben übernehmen. Eine egalitäre Arbeitsteilung innerhalb der Partnerschaft konnte in keiner der betrachteten Gruppen nachgewiesen werden. Eine tendenziell gleichmäßige Aufteilung alltäglicher Hausarbeiten war am ehesten dann zu verzeichnen, wenn keine Kinder im Haushalt lebten, wenn die Partnerschaft noch nicht so lange bestand, wenn die Frau in hohem Umfang erwerbstätig war und entsprechend zum Haushaltseinkommen beitrug sowie bei egalitären Geschlechterrollenvorstellungen der Partner. Hingegen erwiesen sich die Anzahl der Kinder und die Dauer des Zusammenlebens in Bezug auf die partnerschaftliche Teilung von Elternaufgaben als wenig erklärungskräftig. Eine ausgeglichene Arbeitsteilung in diesem Bereich wurde am ehesten in nichtehelichen Lebensgemeinschaften, bei einer starken Erwerbsbeteiligung der Frau und bei Frauen und Männern mit modernen Rollenvorstellungen erreicht. Insgesamt zeigt sich, dass keine der etablierten Theorien für sich die Arbeitsteilung innerhalb der Partnerschaft umfassend erklären kann.

* begutachteter Beitrag

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