Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Kerstin Ruckdeschel (2009)

Rabenmutter contra Mère Poule: Kinderwunsch und Mutterbild im deutsch-französischen Vergleich*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 34, 1-2/2009, S. 105-134, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s12523-010-0035-0

Zwischen Frankreich und Deutschland bestehen deutliche Unterschiede im Fertilitätsniveau, die auf unterschiedliche familienpolitische Rahmenbedingungen zurückgeführt werden und auf Unterschiede in den normativen Erwartungen an die Frauen- und Mutterrolle. Mit Daten des deutschen und französischen Generations and Gender Survey von 2005 wird der Einfluss dieser strukturellen und kulturellen Unterschiede auf den Kinderwunsch in den beiden Ländern geprüft, wobei West- und Ostdeutschland getrennt analysiert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Einstellungsunterschiede zwischen Westdeutschland und Frankreich weniger stark ausfallen als zwischen West- und Ostdeutschland. Bei Kinderlosen haben kulturelle Faktoren einen signifikanten Einfluss auf den Kinderwunsch, vor allem die Zustimmung zur traditionellen Hausfrauenrolle wirkt in beiden Ländern positiv, während es Hinweise gibt, dass eine negative Einstellung zu Müttererwerbstätigkeit in Westdeutschland den gegenteiligen Effekt hat. Bei Eltern sind eher strukturelle Faktoren ausschlaggebend, d.h. die tatsächliche Erwerbskonstellation. In Frankreich wirkt eine Doppelverdiener-Partnerschaft bei den Vätern positiv, bei westdeutschen Müttern negativ auf den Kinderwunsch.

* begutachteter Beitrag

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017