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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Robert Naderi (2008)

Ehen und nichteheliche Lebensgemeinschaften im Lebensverlauf von Deutschen und türkischen Staatsbürgern in Deutschland

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 33, 3-4/2008, S. 433-448, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s12523-009-0023-4

Ziel des Beitrags ist die Darstellung der Ergebnisse einer vergleichenden Analyse von Kohabitationsbiographien (eheliche, nichteheliche und voreheliche Lebensgemeinschaften) zwischen Deutschen ohne Migrationshintergrund und türkischen Staatsbürgern in Deutschland. Hierzu werden die Daten der Generations and Gender Surveys (GGS) der Jahre 2005 bzw. 2006 (für die türkischen Staatsbürger) verwendet. Die Ergebnisse zeigen eine grundlegend andere Lebensweise der Türken im Vergleich zu den Deutschen, insbesondere innerhalb der jüngeren Altersgruppen: Türken haben seltener mehr als eine Kohabitation und haben kürzere voreheliche Phasen. Nichteheliche Lebensgemeinschaften stellen bei Türken zudem seltener eine Alternative zur Ehe dar. Insgesamt zeigt sich bei Deutschen ein starker Wandel von älteren zu jüngeren Kohorten bezüglich nichtehelicher Kohabitationserfahrung, die bei letzteren im Lebenslauf zur Normalität geworden ist. Dieser Wandel ist bei Türken kaum zu erkennen. Auf die Erfahrung nichtehelichen Zusammenlebens wirken sich das Alter bzw. die Kohorte, der Bildungsstand, die Religiosität und die Akzeptanz nichtehelicher Lebensgemeinschaften aus.

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