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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Anja Steinbach (2008)

Stieffamilien in Deutschland – Ergebnisse des „Generations and Gender Survey“ 2005*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 33, 2/2008, S. 153-180, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s12523-009-0009-2

In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie viele Stieffamilien und Stiefkinder in Deutschland leben und wie sie sich auf verschiedene Familienkonstellationen verteilen. Die Antwort auf diese Frage ist nicht annähernd so trivial, wie sie vielleicht scheint, denn geeignete Daten sind – nicht nur für Deutschland – ausgesprochen rar. Für die Analysen wird auf die erste Welle des „Generations and Gender Survey” (GGS) des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zurückgegriffen. Dieser stellt neben dem Familiensurvey des Deutschen Jugendinstituts die einzige Datenquelle in Deutschland dar, um Stieffamilien und Stiefkinder angemessen zu identifizieren. Mit Hilfe der Daten des GGS zeigt sich, dass ein nicht zu vernachlässigender Anteil von Familien in Deutschland in einer Stieffamilienkonstellation lebt: 13,6 % der Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren sind Stieffamilienhaushalte bzw. 10,9 % der Kinder unter 18 Jahren sind Stiefkinder. Die differenzierte Erfassung aller Kinder – sowohl von den befragten Personen selbst als auch von deren Partnerinnen und Partnern innerhalb und außerhalb des Haushaltes – erlaubt Analysen über Lebensformen und Kindschaftsverhältnisse, die weit über die Angaben der amtlichen Statistik hinausgehen. So ist es zum Beispiel ohne Weiteres möglich, Stieffamilien nicht nur zu identifizieren, in denen die Partner verheiratet sind, sondern auch, wenn sie in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben. Die Ergebnisse zeigen, dass in Bezug auf den Familienstand ein großer Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland besteht.

* begutachteter Beitrag

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