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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Thomas Salzmann und Christina Bohk (2008)

Überprüfung der im Rahmen des „Lebenserwartungssurveys“ gemessenen Sterblichkeit auf Bevölkerungsrepräsentativität unter Berücksichtigung rechts- und intervallzensierter Ereignisse mit dem Konzept „Relative Survival“*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 33, 2/2008, S. 121-152, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s12523-009-0008-3

Der Lebenserwartungssurvey (LES) ist einer der wenigen überregionalen Längsschnittdatensätze in Deutschland. Für eine Beobachtungszeit von maximal 14 Jahren (1984-1998) lässt sich der Survivalstatus der Stichprobenmitglieder verfolgen. Durch die Verknüpfung mit den vielfältig erhobenen personengebundenen Informationen zu sozioökonomischen, demographischen, gesundheitsrelevanten und medizinischen Merkmalen bietet der LES die Gelegenheit für umfangreiche Mortalitätsuntersuchungen. Bisher wurde jedoch die beobachtete Sterblichkeit der Stichprobenpopulation nicht hinreichend auf Bevölkerungsrepräsentativität untersucht. Dies wird notwendig, wenn Stichprobenergebnisse auf die Allgemeinbevölkerung übertragen werden sollen. Diese Lücke soll der vorliegende Beitrag schließen. Mit Hilfe des Konzeptes „Relative Survival“ wird gezeigt, dass die Hypothese übereinstimmender Sterblichkeit zwischen Stichprobenpopulation und westdeutscher Allgemeinbevölkerung nicht abgelehnt werden kann. Um die heterogene Zusammensetzung der Stichprobenpopulation im Konzept des „Relative Survival“ kontrollieren zu können, wird deren erwartete Personenzahl im Zeitablauf berechnet, die sich ergibt, wenn für den entsprechenden Beobachtungszeitraum die tatsächliche Sterblichkeit der westdeutschen Bevölkerung unterstellt wird. Als zwei unabhängig anzusehende Survivalverläufe werden der beobachtete und der erwartete Survivalverlauf mit Hilfe des Hall-Wellner-Konfidenzbandes überprüft. Auf Grund des Stichprobendesigns des LES liegen rechts- und intervallzensierte Survivalangaben vor, die entsprechend dem Konzept des „Relative Survival“ adäquat berücksichtigt werden müssen. Dazu muss eine Balance zwischen dem Nutzen aller verfügbaren Informationen und der Plausibilität der Methodik gefunden werden. Für die Umsetzung wurde ein Programm in R verfasst.

* begutachteter Beitrag

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