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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Katharina Diehl (2008)

Mögliche Faktoren für die rasche Reduktion der ostdeutschen Übersterblichkeit nach der Wiedervereinigung: Warum leben Ostdeutsche seit der Wiedervereinigung länger?

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 33, 1/2008, S. 89-110, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398, DOI: 10.1007/s12523-008-0006-x

Die Arbeit soll einen Überblick über mögliche Faktoren geben, die zur Veränderung der Mortalität der ostdeutschen Bevölkerung nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung geführt haben können. Zunächst muss zwischen der langfristigen und kurzfristigen Sicht der Veränderung der Lebenserwartung der ostdeutschen Bürger unterschieden werden. Kurzfristig kam es nach der Wiedervereinigung zu einem Rückgang in der Lebenserwartung der ostdeutschen (insbesondere der männlichen) Bevölkerung. Langfristig glich sich die ostdeutsche Lebenserwartung jedoch der höheren westdeutschen an. Diese langfristige Sicht ist der Schwerpunkt dieser Arbeit. Dabei werden die Faktoren Migration, Gesundheitssystem, ökonomische Rahmenbedingungen, psychologische Reaktionen auf den Kommunismus, Umweltbelastungen und Lebensstil näher erläutert und anhand vorliegender Literatur bewertet. Als Ergebnis lässt sich nach dem momentanen Stand der Forschung festhalten, dass überwiegend die Verbesserung des Gesundheitssystems zusammen mit der Veränderung der ökonomischen Bedingungen zu einer Lebensverlängerung geführt hat. Unterstützt wurden die beiden Faktoren durch eine Verminderung des psychosozialen Stresses der ostdeutschen Bürger im Vergleich zur Wendezeit sowie Veränderungen im Lebensstil.

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