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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Ralf E. Ulrich (2007)

Perspektiven nationaler Bevölkerungsentwicklung im 21. Jahrhundert

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 3-4/2007, S. 621-640, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Im Laufe des 20. Jahrhundert wuchs die Weltbevölkerung auf mehr als das 3,6-fache. Am Anfang des 21. Jahrhunderts ist das Bevölkerungswachstum jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung vieler OECD-Staaten durch Bevölkerungsrückgang, demographische Alterung und den Einfluss von HIV/AIDS verdrängt worden. Obwohl die Weltbevölkerung in den nächsten fünf Jahrzehnten auf über 9 Mrd. Menschen weiter wachsen wird, sind die demographischen Perspektiven einzelner Nationalstaaten sehr unterschiedlich. Dieser Artikel teilt die Länder der Welt nach den erwarteten Perspektiven ihrer Bevölkerungsentwicklung in drei Gruppen ein. Für eine erste Gruppe von über 30 Entwicklungsländern mit heute 457 Mill. Einwohnern wird quantitatives Wachstum das dominierende Moment der Bevölkerungsentwicklung bleiben. Ihre Bevölkerung wird sich mehr als verdoppeln und in ihnen werden um 2050 1,2 Mrd. Menschen wohnen. In einer zweiten Gruppe von 144 Ländern mit heute 5,3 Mrd. Einwohnern ist ein moderates weiteres Bevölkerungswachstum zu erwarten. Darunter sind auch einige Entwicklungsländer, in denen die demographische Dynamik mit wirtschaftlicher Dynamik verbunden ist. Für eine dritte Gruppe von Ländern mit heute 768 Mill. Einwohnern zeichnet sich in den nächsten 50 Jahren ein Bevölkerungsrückgang ab. Der Artikel argumentiert, dass die demographische Divergenz der Nationalstaaten einerseits Konfliktpotential beinhaltet, andererseits internationale Kooperation fordert.

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