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Tilman Mayer (2007)

Was leistet eine politische Demographie?

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 3-4/2007, S. 429-444, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Politische Demographie stellt ein Themenfeld innerhalb der Politikwissenschaft dar, das noch weiterer Profilierung bedarf. Dazu erfolgt hier ein Beitrag. Lange hat es gedauert, bis die Medienöffentlichkeit dem demographischen Wandel die gebührende Aufmerksamkeit widmete. Namhafte Demographen wie Josef Schmid hatten längst früher schon Entwicklungstendenzen plausibilisiert, die zwischenzeitlich eingetreten sind. Eine „démographie politique“ muss es sich zur Aufgabe machen, politikseitig demographische Erkenntnisse zu transferieren. Demographie tangiert die Politik elementar. Die Politikwissenschaft muss konzeptionell und konstruktiv mit der Demographie kooperieren, für die Familien-, Bevölkerungs-, Migrations-, Sozialpolitik maßgeblich unter demographischen Auspizien Urteilsmaßstäbe entwickeln. Die Zukunftsszenarien, die die Demographie wie keine andere Disziplin für die nächsten Jahrzehnte solide entwickeln kann, übertragen der Politik – und damit als Aufgabenspektrum auch der Politischen Demographie – dann ihrerseits eine feste Gestaltungsgrundlage, auf die konzeptionell, aber auch tatsächlich gestalterisch-verändernd zugegriffen werden kann. Das muss man nicht „demographic engineering“ nennen, aber für Theorie und Praxis eröffnen sich selbstverständlich Spielräume.

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