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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Ron J. Lesthaeghe und Lisa Neidert (2007)

Der „Zweite Demographische Übergang" in den USA: Ausnahme von der Regel oder Lehrbuchbeispiel?

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 3-4/2007, S. 381-428, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Die gegenwärtigen demographischen Veränderungen in den USA folgen eng jenen, die durch die „Second Demographic Transition“ (SDT) Theorie postuliert werden. Charakteristische Merkmale wie die Zunahme des vorehelichen Zusammenlebens und der Fertilität von Zusammenlebenden, das Hinausschieben von Ehe und Elternschaft, eine Fertilität unterhalb des Generationenersatzes und große Zuwanderungsströme sind alles Komponenten, die auch für die anderen westlichen SDT-Ländern zutreffen. Die USA haben aber in verschiedenen Regionen mehrere typische Merkmale, wie eine hohe Fertilität von Migranten (überwiegend mexikanische) und eine hohe Fertilität von Teenagern (sowohl schwarze als auch weiße), die die Gesamtfertilität auf das Reproduktionsniveau heben. Eine Analyse der räumlichen Muster dieser Merkmale auf der Ebene der 50 Staaten und 3141 Bezirke zeigt eine bemerkenswerte Korrelation mit den Ergebnissen der letzten beiden Präsidentschaftswahlen. Die negative Korrelation zwischen der „Second Demograhic Transition“-Dimension und den Stimmen für George W. Bush in den Jahren 2000 und 2004 bleibt auch bei der Kontrolle auf mögliche gemeinsame Ursachen sozioökonomischer oder kultureller Natur (wie Einkommen, Bildung, Verstädterung, Religion und Ethnizität) bestehen und suggeriert, dass die „Second Demographic Transition“ selbst ein Faktor war, der direkt die räumlichen Muster von politischen Ergebnissen wie Präsidentschaftswahlen und regionalen Aspekten eines „American cultural war“ mitbestimmte.

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