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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Andreas Heigl (2007)

Demographische Entwicklung und Ökonomie: Was kommt auf uns zu?

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 3-4/2007, S. 445-468, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Alterung und Schrumpfung der (Erwerbs-)Bevölkerung als Bedrohung für die ökonomische Entwicklung in Deutschland ist inzwischen kein neues Thema mehr. Allerdings konzentrierten sich sowohl die wissenschaftliche Analyse als auch die politische Diskussion bisher relativ einseitig auf die Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme. Fragen wie die Auswirkungen auf die Konsum- und Sparmuster und damit auf die gesamtgesellschaftliche Nachfrage, Finanzmärkte, Innovationskraft und Produktivität blieben bislang nur rudimentär erforscht.

Der Beitrag fasst die Erkenntnisse zusammen, die bezüglich der demographischen Entwicklung und ihrer Folgen für einzelne makroökonomische Größen und die Volkswirtschaft als Ganzes vorliegen und bettet sie in das vorhandene makroökonomische Theoriegerüst ein. Ausgangspunkt der Analyse ist eine Vorausschätzung der Konsum- und Sparprofile bis zum Jahr 2030 auf der Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe und der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Auf der Nachfrageseite stellt sich dabei die Alterung als weit weniger problematisch dar als die drohende Schrumpfung der Bevölkerung. Auf der Angebotsseite scheinen Alterung und Schrumpfung gleichermaßen die Innovationskraft und Produktivität zu bedrohen. Ein endgültiges Urteil kann jedoch nicht gefällt werden; es mangelt an einer ökonomischen „Schrumpfungstheorie", die die historisch völlig neuartigen Entwicklungen systematisch integrieren kann. Trotzdem kann ein politischer Maßnahmenkatalog benannt werden, mit dem die sozioökonomischen Strukturen der demographischen Entwicklung angepasst werden können.

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