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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Dragana Avramov und Robert Cliquet (2007)

Xenophobie und Integration von Migranten – Einstellungen von Europäern gegenüber Ausländern*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 3-4/2007, S. 533-560, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Die Autoren präsentieren zentrale Ergebnisse aus der Analyse von Daten zu Ansichten gegenüber Zuwanderung und Integration von Ausländern in acht europäischen Ländern. Sie beziehen diese Ansichten auf sozio-ökonomische Eigenschaften der befragten Einwohner sowie auf Einstellungen gegenüber demographischem Verhalten und allgemeinen Bevölkerungstrends. Die Analyse basiert auf dem Migrationsmodul des Population Policy Acceptance Survey (PPAS), der zwischen 2000 und 2003 in der Tschechischen Republik, Deutschland, Estland, Ungarn, Österreich, Polen, Slowenien und Finnland durchgeführt wurde.

Ausgewählte zentrale Ergebnisse werden in Form von knappen Antworten auf die folgenden Forschungsfragen präsentiert: Wie genau wird die Zahl der Ausländer von den Bürgern geschätzt? Denken die Menschen, dass es zu viele Migranten gibt? Wird die Anwesenheit von Ausländern häufiger als Vorteil oder Belastung empfunden? Wird Zuwanderung als Lösung für schrumpfende Bevölkerungen empfunden? Wie ist die Wahrnehmung von Arbeitsmarktvorteilen und -nachteilen im Hinblick auf Zuwanderung? Wird kulturelle Vielfalt bevorzugt? Was bedeutet Integration? Welche politischen Maßnahmen gegenüber Ausländern und bezüglich der Integration von Migranten werden bevorzugt? Wird Zuwanderung im Kontext allgemeiner demographischer Prozesse wahrgenommen? Gibt es einen Zusammenhang bei den Auffassungen gegenüber Migration und Gender Themen? Hängen die Ansichten gegenüber dem Altern und den Älteren mit den Ansichten gegenüber Migranten zusammen? Wie sind Ansichten gegenüber Zuwanderern im Hinblick auf die Zufriedenheit und allgemeine Werte im Leben?

Unsere Analyse zeigt, dass das allgemeine „Bevölkerungsklima", – als Rahmenbedingung für die Akzeptanz und Integration von Migranten – in allen Ländern durch Furcht vor Ausländern geprägt wird, insbesondere als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt. Das wird von einem großen Anteil der Bürger in allen Ländern ausgedrückt. Das Land ist der wichtigste differenzierende Faktor für das Vorherrschen von fremdenfeindlichen Einstellungen. Es existiert eine Scheidelinie zwischen östlichen und westlichen Ländern, erstere zeigen einen höheren Anteil an Personen mit negativen Einstellungen gegenüber Migranten, kultureller Vielfalt und Integration als letztere. Unter den individuellen Charakteristiken der Befragten ist Bildung der wichtigste differenzierende Faktor sowohl für das Vorherrschen von positiven als auch negativen Einstellungen. Personen mit einem schwächeren sozialen Kapital oder einer schlechteren ökonomischen Situation neigen mehr zu Furcht vor der ökonomischen Konkurrenz, die nach ihrer Vorstellung von den im Land lebenden Ausländern ausgeht.

* Originaltitel: Xenophobia and Integration of Immigrants – Attitudes of Europeans towards Foreigners (Volltext nur auf Englisch)

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