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Jürgen Reulecke (2007)

„Entwurzelte Jugend": die Nachkriegsjugend aus der Perspektive der Zeitschrift „Soziale Welt" in den 1950er Jahren

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 1-2/2007, S. 233-248, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Von der in der Nachkriegsöffentlichkeit breit debattierten sogenannten „Jugendnot“ ausgehend, fragt der Beitrag danach, wie insbesondere in der seit 1946 bestehenden „Dortmunder Sozialforschungsstelle“ als dem in den beiden Nachkriegsjahrzehnten wohl bedeutendsten westdeutschen sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum das Thema „Jugend“ und „junge Generation“ wahrgenommen und behandelt worden ist. In diesem Kontext werden auch die zeitgenössischen generationellen Konstellationen innerhalb der Soziologie und speziell der Sozialforschungsstelle mit angesprochen. Als Untersuchungsgegenstand wird die von ihr seit 1949 herausgegebene renommierte Zeitschrift „Soziale Welt“ herangezogen. Allerdings finden sich in ihr überraschenderweise nur im ersten Jahrgang 1949/50 bemerkenswertere einschlägige Beiträge, die nicht zuletzt von einer deutlichen Distanzierung gegenüber den Aufwachsensbedingungen im NS-Regime geprägt sind und zum Beispiel darauf hinauslaufen, einen neuen Typus des männlichen Jugendpflegers zu entwerfen. In den folgenden 1950er Jahren bis in die frühen 1960er Jahre hinein hat dann jedoch offenbar – abgesehen von Helmut Schelskys „Die skeptische Generation“ aus dem Jahre 1957 – im Gegensatz zur Pädagogik und zur Historischen Bildungsforschung das Thema „Jugend“ und „Generation“ in der Soziologie kaum noch eine Rolle gespielt, wobei sich die Frage stellt, ob dieser Befund etwa mit einer besonderen „Generationsgestalt“ der Kohorten der Nachkriegssoziologen zu erklären ist. 

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