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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Claudia Diehl (2007)

Sozialprofil und Zuzugsmotive von Neuzuwanderern: Evidenzen aus dem Mikrozensus und der „Neuzuwandererbefragung-Pilotstudie“ des BiB

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 32, 1-2/2007, S. 161-182, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

In dem Beitrag wird ein Überblick über die sozio-demographischen Charakteristika und die Zuzugsmotive ausländischer Zuwanderer gegeben, die erst seit einigen Monaten in Deutschland leben. Zunächst werden anhand des Mikrozensus die „Neuzuwanderer“ der Zuzugsperiode 2000 bis 2003 mit den bereits seit längerem in Deutschland lebenden Einwanderern verglichen. Dabei zeigt sich, dass jüngst Zugezogene jünger und höher gebildet sind als bereits seit längerem in Deutschland lebende Ausländer. Das hohe Bildungsniveau setzt sich bei der beruflichen Stellung der erwerbstätigen Neuzuwanderer fort, wobei allerdings ihre Integration in den Arbeitsmarkt weniger weit fortgeschritten ist, wenn der Indikator Erwerbstätigkeit bzw. Erwerbslosigkeit herangezogen wird. In einem zweiten Schritt werden anhand der Daten der „Neuzuwandererbefragung-Pilotstudie“ die Zuwanderungsmotive der Neuzuzügler einer genaueren Betrachtung unterzogen. Trotz des offiziell noch immer geltenden Anwerbestopps stellen ökonomische Zuzugsmotive einen wichtigen Zuwanderungsgrund nach Deutschland dar. Knapp 40 % der Befragten geben an, dass diese bei ihrer Entscheidung, nach Deutschland zu ziehen, eine Rolle gespielt haben. Fast gleich häufig wird als Zuwanderungsmotiv der Wunsch genannt, mit der Familie zusammenleben zu wollen, der sowohl von nachziehenden als auch von mitreisenden Familienmitgliedern angegeben wird. Genuin politische Motive spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Durch die hohe Bedeutung der familiären Zuzugsmotivation steht vermutlich gerade das auf Dauer angelegte aktuelle Zuzugsgeschehen in Kontinuität mit den Zuwanderungsprozessen der Vergangenheit, obwohl sich die Neuzuwanderer insgesamt im Hinblick auf ihre sozialstrukturelle Zusammensetzung deutlich von den seit längerem in Deutschland lebenden Einwanderern unterscheiden.

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