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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Frank Heins (2006)

Regionale Bevölkerungsentwicklung in Italien

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 31, 3-4/2006, S. 575-612, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Italien ist nicht nur durch starke regionale wirtschaftliche und kulturelle Unterschiede geprägt sondern auch durch bedeutende regionale Differenzen in der Bevölkerungsdynamik. Der Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Aspekte der regionalen Disparitäten der Bevölkerungsdynamik und der Alterstruktur auf der Ebene der 103 italienischen Provinzen. Die Betrachtung der einzelnen Komponenten – Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit, Binnen- und Außenwanderungen – zeigen Italien als ein Land indem zum einen tradierte regionale Unterschiede fortbestehen, auch wenn sie sich signifikant abschwächen, und sich zum anderen neue regionale Muster herausbilden. Das sehr niedrige Niveau der Geburtenhäufigkeit, die hohe Lebenserwartung und das hohe Niveau der internationalen Migration zeigen sehr deutliche regionale Disparitäten. Die regionale Bevölkerungsdynamik steht im Zusammenhang mit der weiterhin großen gesellschaftlichen Bedeutung der Familie, die viele soziale Leistungen, wie Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen, erbringt. In Italien ist der späte Auszug junger Erwachsener aus dem Elternhaus ein Element der zeitlichen Verzögerung signifikanter Ereignisse im Lebensablauf, wie der Eintritt ins Erwerbsleben, die Heirat oder die Geburt der Kinder. Die demografische Alterung und die internationalen Zuwanderungen sind die größten Herausforderungen, denen sich Italien stellen muss, bzw. denen sich viele Provinzen des Nordostens bereits heute stellen. 

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