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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Martin Meyer, Anja Gärtig-Daugs und Martin Radespiel-Tröger (2006)

Regionale Unterschiede der Krebsmortalität in Bayern*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 31, 2/2006, S. 231-256, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Wiederholt berichtete Unterschiede in der Krebssterblichkeit in verschiedenen Regionen Bayerns waren der Anlass für das bayerische Krebsregister, diese Frage organspezifisch zu untersuchen und Hinweise auf mögliche Ursachen für Mortalitätsunterschiede zu finden.

Aus der Todesursachenstatistik wurde die nach altem Europastandard altersstandardisierte Mortalität auf Kreisebene ermittelt. Mit einem statistischen Testverfahren für die Homogenität von räumlichen Verteilungen wurden organ- und geschlechtsbezogen regionale Unterschiede ermittelt. Zusätzlich wurden Begleitfaktoren aus den Inzidenzdaten des Krebsregisters in die Betrachtung einbezogen.

Es zeigte sich, dass zu den tatsächlich vorhandenen regionalen Unterschieden vor allem diejenigen Tumorarten beitragen, zu deren Risikofaktoren Rauchen, Alkohol und ungünstige Ernährung zählen, also Tumoren in Mundhöhle, Rachen, Lunge sowie in Magen und Darm. Dagegen konnten bei Krebsformen, deren Entstehung nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nicht wesentlich von den betrachteten Risikofaktoren beeinflusst wird (beispielsweise Lymphome, Leukämien und Hirntumoren), keine signifikanten Unterschiede zwischen den bayerischen Kreisen oder geografischen Besonderheiten gefunden werden.

Nach der Bewertung zusätzlicher Informationen aus den Inzidenzdaten des Krebsregisters ist zu vermuten, dass sozio-ökonomische Faktoren und individuelles Verhalten der Einwohner die regionale Krebssterblichkeit beeinflussen.

* begutachteter Beitrag

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