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Rainer Mackensen (2005)

Régimes, Transitions, Microresearch: Ein Beitrag zur Diskussion des „Zweiten Demographischen Übergangs“

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 30, 4/2005, S. 483-499, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

The danger of separating demography from the social complex which it should take into account is apparent.“ Alfred Sauvy 1959

Das Wiener Institut für Demographie hat im Eigenverlag der Akademie sein Jahrbuch 2004 (in englischer Sprache) veröffentlicht (Vienna Yearbook 2004). Außer einer Reihe von Aufsätzen zu aktuellen empirischen, methodischen und theoriegeschichtlichen Fragen, die für sich Aufmerksamkeit beanspruchen können, enthält der Band vier Aufsätze, die bei einer Tagung der Arbeitsgruppe der Europäischen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft (EAPS) zur Zweiten Demographischen Transition 2003 in Warschau vorgetragen und diskutiert worden sind. Diese Aufsätze markieren ein neues Stadium der Debatte über Bevölkerungstheorie, das dringend der Wahrnehmung der Bevölkerungswissenschaftler empfohlen werden muss und deren weitere Diskussion anregen sollte. Vor allem: diese bedarf des Mitdenkens, womöglich zusätzlicher Ideen der Fachgenossen, um eine Entwicklung der theoretischen Konzepte zu ermöglichen, welche das Fach auf eine neue Ebene der wissenschaftstheoretischen und sachlogischen Reflexion führen könnte. Die Aufsätze stehen unter dem gemeinsamen Titel: Ist die „Zweite Demographische Transition“ ein nützliches Konzept für die Forschung? Sie stammen – nach einer Einführung der Leiter der Arbeitsgruppe Francesco C. Billari und Aart C. Liefbroer – von Dirk van de Kaa, David Coleman, Eva Bernhardt und Guiseppe A. Micheli. Auf den ersten Blick mag die Debatte als eine akademische zu einem modischen Terminus erscheinen. Aber sie ist mehr: Sie stellt den kompakten Auftakt einer Diskussion dar, die das Denken der Bevölkerungswissenschaft fundamental betrifft und neue Anregungen verspricht. Der Terminus „Zweite Demographische Transition“ wurde von Dirk van de Kaa und Ron Lesthaeghe bereits 1986 in die Diskussion eingeführt, um der Interpretation der demographischen Entwicklung in Europa seit etwa 1970 einen konzeptionellen Rahmen zu geben. Er wurde von beiden Autoren seither mehrfach erläutert (van de Kaa 1987; Lesthaeghe 1995), von der Fachdiskussion begierig aufgenommen und – auch kontrovers – diskutiert. Erst vor dem Hintergrund dieser Entwicklung war es möglich, die Debatte derart zusammenzubinden, wie es in der neuen Veröffentlichung geschehen ist. Auch die zurückhaltende Darstellung der Autoren beruht auf der nun schon jahrelangen Diskussion und trägt zur Ermutigung für eine weitere Erörterung der vorgetragenen Ideen und Bedenken bei.

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