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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Oliver Lipps und Frank Betz (2005)

Stochastische Bevölkerungsprojektion für West- und Ostdeutschland*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 30, 1/2005, S. 3-44, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Üblicherweise wird der mit ungewissen Entwicklungen von Bevölkerungsziffern (Geburten- und Sterbeziffern, Nettomigration) verbundenen Unsicherheit einer Bevölkerungsvorausschätzung durch Berechnung mehrerer Szenarien Rechnung getragen. Unter Annahme von zukünftigen demographischen Ziffern werden demographische Größen durch Fortschreibung der aktuellen Bevölkerung gewonnen. Solche deterministischen Modelle implizieren allerdings unrealistische Annahmen über die Korrelation demographischer Ziffern und demographischer Parameter. Daher sind sie nicht in der Lage, die tatsächlich zu erwartenden Bandbreiten wichtiger Bevölkerungsparameter konsistent abzubilden. Außerdem erhält man im Ergebnis nur eine Information über die Größe der Bevölkerungsparameter nicht aber über ihre Wahrscheinlichkeitsverteilung. In diesem Papier wird eine stochastische Bevölkerungsprojektion erstellt, die zukünftige demographische Ziffern auf Basis von Zeitreihenmodellen schätzt. Dieser Ansatz führt zu Wahrscheinlichkeitsverteilungen zukünftiger Bevölkerungsparameter und kann mit Hilfe einer Simulation die mit der Projektion verbundene Unsicherheit konsistent abbilden. Dies ermöglicht es, Aussagen über die Bevölkerungsentwicklung mit Eintrittswahrscheinlichkeiten zu verknüpfen. Zu entscheiden ist lediglich über die Wahl des Zeitreihenmodells und die Länge der verwendeten Zeitreihe. Implizit vorausgesetzt wird allerdings die strukturelle Konstanz der in den vergangenen Zeiträumen gültigen Entwicklungen. Mit dieser Technik wird die Bevölkerungsentwicklung getrennt für West- und Ostdeutschland bis zum Jahr 2050 vorausberechnet. Zur Parameterisierung der altersspezifischen Geburtenziffern verwenden wir ein Modell, das auf einer Glockenkurve basiert. Die Entwicklung der Mortalität wird mit dem bekannten Verfahren von Lee und Carter modelliert.

* begutachteter Beitrag

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