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Kerstin Ruckdeschel (2004)

Determinanten des Kinderwunsches in Deutschland

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 29, 3-4/2004, S. 363-386, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Der Kinderwunsch ist ein seit langem bekanntes und umstrittenes Maß zur Prognose von Geburtenzahlen. Als sicher kann gelten, dass er Informationen über die grundlegende Bereitschaft Kinder zu bekommen liefert. Diese Bereitschaft ist in den letzten 15 Jahren zurückgegangen, wobei vor allem die gewünschte Kinderlosigkeit zugenommen hat. Insgesamt lässt sich ein Polarisierungsphänomen beobachten, das dem tatsächlichen Geburtenverhalten gleicht und für die alten Bundesländer stärker ausgeprägt ist als für die neuen. Untersucht man die Determinanten eines Kinderwunsches, so bestätigt sich zunächst der aus der Literatur bekannte Einfluss soziodemographischer Faktoren. Hinzu kommt der starke Einfluss individueller Orientierungen und Werthaltungen, wobei vor allem eine positive Einstellung gegenüber Partnerschaft und Kindern den Kinderwunsch fördern, während Selbstverwirklichungsbestrebungen, der Wunsch nach einer egalitären Partnerschaft oder Wohlstandsdenken ihn eher verhindern. Schließlich zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Kinderwunsch und der Bewertung von familienpolitischen Maßnahmen derart, dass erst ein positiver Kinderwunsch die Beschäftigung mit den Rahmenbedingungen veranlasst. Ist diese Situation gegeben, dann werden vor allem finanzielle Maßnahmen und flexiblere Arbeitszeitregelungen befürwortet.

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