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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Juliane Roloff (2004)

Die Rolle älterer Menschen in der Gesellschaft und der Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 29, 3-4/2004, S. 423-446, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Angesichts einer stetig alternden Gesellschaft wird, vor allem im Zusammenhang mit der Alterssicherung, immer häufiger die Frage nach der Generationengerechtigkeit, nach der Generationensolidarität u. ä. m. gestellt. Gibt es Anzeichen für einen Konflikt oder gar einen „Krieg“ zwischen Jung und Alt? Darauf versucht der vorliegende Beitrag eine Antwort zu finden. Anhand neuester Ergebnisse einer repräsentativen Befragung in Deutschland, der „Population Policy Acceptance Study“, werden individuelle Einstellungen zum einen zur Rolle älterer Menschen in der Gesellschaft und zum anderen zum potenziellen Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen vorgestellt. Für die Auswertung wurden Merkmale wie regionale Zugehörigkeit (West- und Ostdeutschland), Alter und Schulbildung herangezogen. Zwar sind insbesondere zwischen den jüngsten und ältesten Befragten einerseits und zwischen Befragten mit der niedrigsten und höchsten Schulbildung andererseits einige Unterschiede im Zustimmungsmaß zu einzelnen Aussagen gegeben, doch lassen sich generell keine Anzeichen für einen Konflikt zwischen Jung und Alt nachweisen. Die Rolle der älteren Menschen in der Gesellschaft wird von der Mehrheit der Befragten, unabhängig vom Alter und der Schulbildung, positiv gesehen. Es muss jedoch einschränkend vermerkt werden, dass gerade bei den Negativ-Aussagen (z.B. „Ältere sind eine ökonomische Belastung“) ein relativ hoher Anteil von Befragten mit einer indifferenten Haltung anzutreffen sind. Anhand der Auswertung der Einstellungen zum potenziellen Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen lässt sich feststellen, dass die Solidarität zwischen alten und jungen Familienangehörigen intakt ist. Dass Kinder und/oder Angehörige für die alten Menschen im Bedarfsfall sorgen sollten, dem wird mehrheitlich zugestimmt. Dass die Pflege alter Eltern nicht Aufgabe der Kinder sein sollte, wird dagegen weitestgehend abgelehnt.

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