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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Robert Naderi (2004)

Einstellungen gegenüber Ausländern in Deutschland

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 29, 3-4/2004, S. 471-492, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Ziel dieses Artikels ist es, Einstellungen gegenüber Ausländern in Deutschland und ihren Zusammenhang zu regionalen und sozialen Merkmalen anhand der Daten der Population Policy Acceptance Study (PPAS) zu ermitteln. Neben der Beschreibung der Zusammenhänge werden mittels einer multivariaten Analyse die Einflüsse verschiedener unabhängiger Variablen auf die Ausprägung fremdenskeptischer Haltungen überprüft. Als abhängige Variable wurde ein auf Items der PPAS basierender Index herangezogen.
Zusammengenommen zeigt sich, dass die Mehrheit der Deutschen positive Einstellungen zur ausländischen Bevölkerung aufweist – wobei ein kleiner Personenkreis existiert, der als deutlich fremdenfeindlich einzustufen ist. Zwischen West- und Ostdeutschen sowie zwischen Land- und Großstadtbewohnern bestehen unterschiedliche Ausprägungen der Haltungen gegenüber Fremden. In Gegenden, in denen mehr Ausländer leben und intensivere Interaktionsmöglichkeiten bestehen, sind die Einstellungen positiver. Die Analyse zeigt eine Polarisierung der Einstellungen zwischen Bewohnern westdeutscher Großstädte und ostdeutscher ländlicher Gegenden. Bei ersteren ist der Ausländeranteil am höchsten, es finden die meisten Kontakte zwischen Deutschen und Ausländern statt und die Akzeptanz ist dort am höchsten. In der zweiten Gruppe ist der Ausländeranteil am niedrigsten, die Kontakte deutlich seltener und die Einstellung gegenüber Ausländern am negativsten. Insofern scheinen die Einstellungen deutlich mit dem Kontakt bzw. mit der Kontaktmöglichkeit zwischen Deutschen und Nichtdeutschen und dem damit einhergehenden Rückgang der Fremdheit zu korrelieren. Bildungsstand und Wertorientierungen sind in allen Regionen zentrale Einflussfaktoren. Personen mit einer höheren Schulbildung und postmaterialistischer Grundhaltung sind signifikant häufiger positiv gegenüber Ausländern eingestellt.

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