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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Ralf Mai (2004)

Die Bewertung alterspolitischer Reformmaßnahmen

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 29, 3-4/2004, S. 447-470, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Ausgangspunkt des Beitrages ist die Annahme, dass für eine erfolgreiche Umsetzung alterspolitischer Reformmaßnahmen die Bewertung der Bürger berücksichtigt werden muss. Die Akzeptanzforschung wird daher im Zuge des demographischen Wandels und zunehmenden Reformdrucks auf die Sozialsysteme immer bedeutsamer. Ebenso wichtig ist auch die Erforschung der Ablehnung solcher Maßnahmen, denn an ihr kann die generelle Reformbereitschaft einer Bevölkerung direkt abgelesen werden.
In der vorliegenden Analyse der Population Policy Acceptance Study (PPAS) werden zunächst die Muster der Akzeptanz rentenpolitischer Maßnahmen in Deutschland untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Maßnahmen, die das jetzige System grundlegend reformieren würden, in Deutschland unpopulär sind. Eine stärkere Individualisierung der Alterssicherung wird von den Ergebnissen kaum gestützt. Anschließend wurde die Gruppe der Ablehnenden genauer analysiert. Die Unterschiede zwischen Ablehnung und Akzeptanz sind vor allem von Ost-West-Gegensätzen, der Bildung, dem Alter und dem Beruf bestimmt. West- und Ostdeutsche haben dabei teilweise unterschiedliche Ablehnungsmuster. Auch innerhalb der Ablehnenden lässt sich eine klare Differenzierung vornehmen. Clusteranalysen weisen darauf hin, dass sich die Typen der Ablehnung vor allem nach der Wohnregion, dem Familienstand und Werthaltungen unterscheiden.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, bei der Durchführung von alterspolitischen Maßnahmen die Meinungen der Bürger zu beachten und dabei stärker auf einzelne Gruppen mit ähnlichen Entscheidungsverhalten zu fokussieren.

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