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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Ariane Kemkes-Grottenthaler (2004)

Determinanten des Kinderwunsches bei jungen Studierenden – Eine Pilotstudie mit explorativem Charakter

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 29, 2/2004, S. 193-217, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Gerade für angehende Akademiker, die mit einer der längsten Ausbildungsphasen belastet sind, bedeutet die Familiengründung einen gravierenden Einschnitt in ihre Lebensplanung. Mittels eines standardisierten Fragebogens wurden 404 Studierende im Alter von 18 bis 29 Jahren (197 Männer, 207 Frauen) zu ihrem derzeitigen Kinderwunsch befragt. In Anlehnung an die Leipziger Studie zur Kinderwunschmotivation wurden die vier Skalen „emotionale Stabilisierung und Sinnfindung“, „Persönliche Einschränkungen und Probleme“, „Soziale Anerkennung und Identitätsbildung“ sowie „unzureichende materielle und finanzielle Unterstützung“ integriert. Die Umfrage erbrachte, dass generell drei Gruppen zu unterscheiden sind: Diejenigen, die sich Kinder wünschen (74,5 %), diejenigen, die keinen Kinderwunsch verspüren (7,7 %) und diejenigen, die noch unentschlossen sind (17,8 %). Während die vorliegenden Ergebnisse nach wie vor den großen Stellenwert von Kindern unterstreichen, zeigt sich, dass eine Vielzahl von Determinanten die Intensität und Ausprägung des Kinderwunsches beeinflussen. Frauen wiesen generell einen höheren Kinderwunsch auf, ebenso jüngere Befragte. Darüber hinaus waren Herkunftsfamilie und elterliches Vorbild bei der Kinderwunschgenese von Bedeutung. Insgesamt zeichneten sich Studierende ohne bestehenden Kinderwunsch durch einen größeren Unabhängigkeitsdrang aus, während noch unentschiedene Personen vor allem durch Zukunftspessimismus geprägt schienen.

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